Schiffsmesse "Boot 2013" Nur geringe Rückgänge in Deutschland

Immerhin: Auf dem deutschen Markt hielten sich die Rückgänge nach Beobachtung von Tracht noch in Grenzen. Mit 1,75 Milliarden Euro setzte die gesamte Wassersportbranche, wozu neben Werften und Händlern auch Charter zählen, 2012 etwa genauso viel um wie im Jahr zuvor. Die Konsumstimmung in Deutschland sei besser als in vielen anderen Ländern, so Tracht. Auch gebe es Bootsliebhaber, die ihr Erspartes lieber zu einer Werft als zu einer Bank bringen würden, wo Geldanlagen nur noch spärlich verzinst werden.

Ein besonderes Problem der Bootsbauer: Es gibt mittlerweile ein großes Angebot an Gebrauchtschiffen - zu sehr günstigen Preisen. So verzichten viele Freizeitkapitäne auf die Anschaffung eines neuen Boots und bedienen sich stattdessen aus zweiter Hand. Inzwischen quillt der Markt für Gebrauchtboote über - was auch damit zu tun hat, dass der Branche neue, junge Kundschaft fehlt. Das Durchschnittsalter der Bootsfahrer beträgt 56 Jahre. Viele sind zu alt, um ihre Gefährte zu nutzen, und stellen sie zum Verkauf. Nachwuchs aber zieht die Branche kaum an.

Für Boote bis zu 15 PS ist kein Führerschein nötig

Mit den mitunter hohen Preisen der Boote habe das nur zum Teil zu tun, argumentieren die Konstrukteure und verweisen dabei gern auf die Führerscheinpflicht für Bootslenker. Hier zumindest gibt es jetzt Entwarnung: Seit Kurzem dürfen Boote mit Motoren von bis zu 15 PS auf allen Wasserstraßen - mit Ausnahme des Rheins - ohne Führerschein gefahren werden. Davon erhoffen sich die Werften und Händler starken Aufwind. "60 Prozent der Boote, die in Deutschland unterwegs sind, lassen sich mit 15 PS ausreichend motorisieren", meint Verbandsgeschäftsführer Tracht.

In Deutschland mag dies das Geschäft beflügeln. Aber mit Blick auf die Exporte bleiben die Werftbesitzer skeptisch: Solange die Schuldenkrise in Südeuropa nicht gelöst sei, bleibe das Geschäft schwierig, fürchten viele. Das könnte Folgen für manche Werften haben. "Die Bootsbauer rücken noch enger zusammen. Die Großen werden größer. Und es gibt einen Markt für kleine Spezialisten. Aber in der Mitte ist immer weniger Platz", meint Tracht.