Nicht genug zu rühmen aber ist die gewölbte Windschutzscheibe. Gewiss, auch sie hatte ihre Nachteile, vor allem, weil die Scheibenwischer gelegentlich nicht fest genug auf die Scheibe drückten. Aber welcher Blick, welche Rundumsicht, welche Freiheit, die auf das angenehmste begrenzt wurde durch das brauenartig nach vorn gezogene Dach. Diese gewölbte Windschutzscheibe, behauptete die Werbung, sei ein Erbstück des Flugzeugbauers Saab. Aber sie war auch mehr: eine seltene Verbindung von Dynamik und Souveränität.

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Es hätte dieses so gelungene Auto nie gegeben, wäre Saab je ein erfolgreicher Autohersteller gewesen. Nein, das Geld fehlte immer, und die Jahre, in denen Saab einen veritablen Gewinn erwirtschaftete, waren wenige im Vergleich mit den Jahren, in denen Saab Geld verlor. Das gilt auch für den Saab 900, der technisch betrachtet, kaum mehr ist als eine Verlängerung und Verstärkung des Saab 99, dem von 1967 an gebauten ersten internationalen Erfolg der Firma. Zusammengerechnet, wurde dieses Auto 26 Jahre lang gebaut, mit fortlaufenden Verbesserungen und Verfeinerungen, mit immer mehr Stil und Geschmack.

Umgekehrt ist deswegen leicht zu verstehen, warum Saab nie in einen internationalen Automobilkonzern mit standardisierten technischen Konzepten und ebenso kurzen wie festen Produktzyklen passte. Jetzt wird man sehen: Es könnte durchaus sein, dass man eines Tages wieder Automobile braucht, die in mechanischen Werkstätten hergestellt werden.

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(SZ vom 20.02.2009/gf)