Von Michael Bauchmüller

Wer Rußfilter in sein Auto einbaut, erhält sofort 330 Euro - weil Dieselmotoren als große Feinstaubquelle gelten.

Wieder ist es die Landshuter Allee in München. Auf der Hitliste jener Orte, die am häufigsten mit Feinstaub belastet sind, steht das Teilstück des Mittleren Rings derzeit ganz oben. Abhilfe könnten Rußpartikelfilter schaffen, immer mehr Städte wollen sie zur Bedingung machen, damit Dieselautos überhaupt einfahren dürfen. Dieselmotoren gelten als eine der größten Feinstaub-Quellen. Doch die Nachrüstung der Autos stockt.

Rußpartikelfilter; dpa

Und sie wirken doch: Rußpartikelfilter. Ihr Einbau wird jetzt vom Bundesfinanzministerium mit Direktzahlungen gefördert. (© Foto: dpa)

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Gut zehn Millionen Dieselautos sind auf deutschen Straßen unterwegs, die meisten ohne Rußpartikelfilter. Ohne großen Erfolg schuf die Bundesregierung 2007 ein Steuerprogramm für saubere Diesel. Wer mit der Rußschleuder durch die Gegend fährt, zahlt seither mehr Steuern, für einen Zwei-Liter-Wagen 24 Euro im Jahr. Nachrüster sollten dagegen belohnt werden, neben einer grünen Plakette erhielten sie einen Steuerbonus von 330 Euro, den das Finanzamt still mit der Steuerschuld verrechnete, oft über Jahre hinweg. Doch die wenigsten Autofahrer bissen an. Statt geplanter 1,5 Millionen Autos wurden nur an die 350.000 Pkw mit den Filtern nachgerüstet. Denn Werbung für den Bonus machten allenfalls die Werkstätten, und eine Affäre um unnütze Filter brachte die Technik zwischenzeitlich arg in Verruf.

Nun aber will das Bundesfinanzministerium, seit Juli alleiniger Empfänger des Kfz-Steueraufkommens, noch einmal mobil machen. In einer Art Konjunkturprogramm Nummer drei, diesmal für das Werkstattgewerbe, wird die Förderung im Hauruckverfahren umgestaltet.

Wer seinen Wagen von Samstag an umrüstet, bekommt seine 330 Euro vom Bund direkt aufs Konto überwiesen, ganz nach Art des Kassenschlagers Abwrackprämie. So soll das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (Bafa), das die Abwrackprämie verteilt, auch die Filter-Förderung übernehmen. Anträge können Autobesitzer demnach ab 1. September an das Bafa richten, samt Bescheinigung über den Einbau des Rußfilters. Ausgezahlt werden soll das Geld rückwirkend für Einbauten ab dem 1. August.

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