Rückruf für Elektroauto Renault ruft Twizy in die Werkstätten

Das meistverkaufte Elektroauto Deutschlands muss in die Werkstatt. 1700 Exemplare hat Renault vom Twizy hierzulande bereits verkauft, 1353 davon könnten schadhaft sein. Der Stromer steht im Verdacht, Bremsflüssigkeit zu verlieren.

Der französische Autobauer Renault ruft mehr als drei Viertel aller bisher produzierten Twizy Elektroautos zur Überprüfung in die Werkstätten. Grund sei der mögliche Verlust von Bremsflüssigkeit, teilte eine Konzernsprecherin in Paris mit. Betroffen sind demnach 6247 Twizy, die zwischen dem 27. Januar und dem ersten Mai 2012 in rund einem Dutzend europäischen Ländern verkauft wurden, darunter auch in Deutschland. Bisher hat Renault 8300 Wagen vom Typ Twizy produziert.

Laut Sprecherin wurde bisher nur an einem Fahrzeug eine schadhafte Dichtung am Bremssystem festgestellt. Sicherheitshalber sollten aber alle Autos überprüft werden, die im fraglichen Zeitraum vom Band liefen. Die Rückrufaktion habe bereits in Spanien und der Schweiz begonnen. In den anderen Ländern würden die Kunden demnächst per Einschreiben aufgefordert, ihren Wagen zur Überprüfung in eine Werkstatt zu bringen. Der Service sei kostenlos und dauere maximal zwei Stunden, sagt Renault.

Doch auch mit einem intakten Bremsflüssigkeitskreislauf sind die Bremsen des Renault Twizy eine Schwachstelle. Der Elektrowagen bietet kein ABS und ist somit bei einer Vollbremsung kaum lenkbar. In einem Video-Fahrbericht von focus.de sind die schlechten Stopper im Bewegtbild zu sehen. Der Hintergrund des fehlenden Bremsassistenten ist die Zulassung des Twizy: Er ist laut Fahrzeugschein kein Pkw, sondern ein Leicht-Kfz wie ein Quad. Diese sind von der ABS-Pflicht befreit, die europaweit für Pkw gilt. Ohne die aufwändige Technik kann Renault den Elektrowagen deutlich billiger anbieten, als wenn ein ABS an Bord wäre. Ein Twizy kostet mindestens 7680 Euro.