Rollwiderstand Sparen mit dem richtigen Reifen

Die Reifenindustrie bietet so genannte Energiespar-Reifen an, die mit einem besonders geringen Rollwiderstand den Verbrauch drücken sollen. Leider ist der Spar-Effekt noch eher gering.

Die Reifenindustrie bietet sogenannte Energiespar-Reifen an, die mit einem besonders geringen Rollwiderstand den Verbrauch drücken sollen. Leider ist der Spar-Effekt noch sehr gering.

Der rollwiderstandsoptimierte "Energy" von Michelin

(Foto: Foto: Hersteller)

Moderne Reifen von Markenherstellern sind oft auf einen möglichst geringen Rollwiderstand hin ausgelegt. Viele Neuwagen rollen schon mit solchen Energiespar-Reifen vom Band.

Die optimierten Pneus werden vor allem bei Klein- und Mittelklassewagen eingesetzt. Michelin zum Beispiel bietet den "Energy-Reifen" an. Er ist für Felgen bis 17 Zoll erhältlich.

Geringere Verformung

Eine spezielle Mischung mit hohem Silika-Gehalt verringert den Rollwiderstand dieser Pneus. In die Lauffläche sind zudem zwei zusätzliche Metallgürtellagen eingearbeitet. So ist die Verformung des Reifens geringer, und Michelin verspricht eine längere Lebensdauer.

Auch bei Continental verwendet man eine speziell abgestimmte Silika-Mischung. Für die Lauffläche des "ContiEcoContact3" wurde eine Mischung entwickelt, deren Polymere eine hohe Flexibilität des Reifens bei gleichzeitig hoher dynamischer Steifigkeit garantieren soll. Schließlich dürfen die Fahr- und Bremseigenschaften nicht beeinträchtigt werden.

Der EcoContact3 hat ein asymmetrisches Profil, um besser gegen Aquaplaning gewappnet zu sein. Durch eine besondere Anordnung der Profilblöcke wird das Wasser abgeleitet, damit der Reifen nicht aufschwimmt.

Auch eine geringere Reifenbreite trägt zum Spar-Effekt bei. "Wir bewegen uns beim Materialeinsatz im unteren Grenzbereich", sagt Michelin-Pressesprecher Jan Hennen. "Unsere Reifen sind schmaler als die vieler anderer Hersteller", so Hennen.

Rollwiderstand soll auf lange Sicht halbiert werden

Leider hat die Sache mit den "Energiespar-Reifen" einen Haken: Der Spar-Effekt, den man mit den solchen Pneus erreichen kann, ist noch gering. "Mit besonders Rollwiderstands-optimierten Reifen kann man den Verbrauch um ungefähr 3 bis 4 Prozent reduzieren", sagt Hennen. Vorausgesetzt, die Pneus sind auch mit dem richtigen Luftdruck befüllt. Mit zu geringem Luftdruck nämlich macht so mancher Autofahrer aus Bequemlichkeit den Spar-Effekt wieder zunichte.

Michelin hat sich in Sachen Spar-Reifen ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2030 will der Hersteller den Rollwiderstand seiner Reifen halbieren. Bei der Mischung und beim Unterbau des Pneus gibt es noch reichlich Entwicklungspotenzial.

"Denkbar sind sogar Reifen ohne Luftdruck, bei denen nur die tragende Struktur für Stabilität sorgt", sagt Hennen. Schon jetzt gibt es Pannenlaufreifen, auf denen man beim Verlust des kompletten Luftdrucks noch vorsichtig bis zur nächsten Werkstatt weiterfahren kann.

Michelin spricht sich außerdem für einen "Energie-Koeffizienten" auf den Reifen aus. "Die Käufer können einem Reifen von außen noch nicht ansehen, ob er auf einen geringen Rollwiderstand hin optimiert wurde und damit Jan Hennen.