Straßenverkehr Die "Heros Süd" und die "Heros Nord" teilen sich die Aufgaben

Jeden Freitagnachmittag sind THW-Helfer auf der A8 und der A81 rund um die baden-württembergische Landeshauptstadt im Einsatz, an verkehrsreichen Tagen, etwa zu Beginn der Sommer- oder der Weihnachtsferien, auch an weiteren Tagen. In ihren Fahrzeugen haben die Helfer alles dabei, was sie benötigen könnten. Absperrmittel natürlich, aber auch Feuerlöscher, Sanitätsmaterial, Ölbinder und Besen sowie Werkzeug. Während Einsatzleiter Frank und seine Leute vom Ortsverband Neuhausen auf den Fildern an diesem Freitagnachmittag den Bereich südlich und östlich des Autobahnkreuzes Stuttgart abdecken, sind THW-Kollegen aus dem Ortsverband Bietigheim-Bissingen nördlich und westlich davon unterwegs. "Heros Süd" und "Heros Nord", so die Funkrufnamen der Teams, werden dabei von der Autobahnpolizei angefordert.

Die Polizisten wiederum sind "froh und dankbar", dass die THW-Leute da sind, wie Alexandra Klinke vom Polizeipräsidium Ludwigsburg erklärt. In dessen Zuständigkeit liegen auch die stark befahrenen Abschnitte von A 8 und A 81 rund um Stuttgart. "Insbesondere zu Stoßzeiten", sagt Klinke, würden die Beamten gerne auf die Unterstützung zurückgreifen. "Die werden von uns dann von A nach B und weiter nach C geschickt." An diesem Freitag etwa können Frank und seine Leute, während sie den Lkw in Möhringen absichern, per Funk verfolgen, wie die Kollegen von Heros Nord ebenfalls zu einem Pannen-Lkw auf der A81 und kurz darauf zu einem liegen gebliebenen Wohnmobil eilen.

Erst nach drei Stunden ist das Hindernis weg

Sechs Stunden mindestens dauert so ein Autobahndienst. Den erledigen die THW-Helfer ehrenamtlich, Geld bekommt keiner dafür. Warum sie es dennoch tun? Die jungen Männer zucken mit den Achseln. "Abwechslung vom Alltag" hätten sie gesucht. "Ich hab' schon bei Porsche im vollgelaufenen Keller gestanden und das Wasser abgepumpt", sagt Einsatzleiter Frank. Und natürlich habe der Wunsch, anderen zu helfen, eine Rolle gespielt. Zudem könnten die Helfer bei ihren regelmäßigen Diensten auf der Autobahn Einsatzerfahrung sammeln - etwa bei Fahrten mit Blaulicht und Martinshorn. Auch der Umgang mit dem Funk oder der THW-Technik wird so zur Routineübung.

Den Beschleunigungsstreifen an der Autobahneinfahrt Möhringen können die vier THW-Helfer an diesem Freitag übrigens erst nach fast drei Stunden wieder für den Verkehr freigeben. So lange dauert es, bis die Spedition einen Lkw-Pannendienst organisiert und dessen Monteure die defekte Bremse getauscht haben. "Im Zweifelsfall", sagt Frank, "hätte die Polizei die Stelle absichern müssen." So aber waren die Beamten frei für andere Einsätze auf der Autobahn.

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