Rennserie Formel V Renn-Bausätze beim VW-Händler

Bausätze konnten bald sogar über den VW-Händler an der Ecke besorgt werden, wer ein wenig bastlerisches Geschick hatte, musste dafür nicht mehr als 7000 Mark auf den Tisch legen. Noch mehr ließ sich sparen, wenn man sich Teile wie Motor, Getriebe und Achsen vom Schrott besorgte. Ausrangierte Käfer gab es schließlich genug. Und das Reglement sorgte dafür, dass die Serie kostengünstig blieb, jedenfalls in der Anfangszeit. "Verwendet werden durften ausschließlich Serienteile", sagt Wolfgang Rafflenbeul, Vorstand "Historische Formel V Europa e.V.".

Vielen Hobbypiloten bot die neue Rennserie damit geradezu ideale Chancen, in den Motorsport einzusteigen. "Es war eine Superidee der Amis", erinnert sich Hans-Joachim Stuck, "Motorsport für jedermann und mit möglichst großer Chancengleichheit." Stuck selbst fuhr nur ein einziges Rennen in der Formel V, 1971 am Nürburgring. "Da hat's mich gleich in der ersten Runde rausgehauen", erinnert er sich.

Heute: mehr Leistung, mehr Hubraum und höheren Kosten

Doch wie so oft im Motorsport trat auch die Formel V über die Jahre langsam über die Ufer. 1977 zog sich VW aus der "Volksmotorsport-Klasse" zurück. Mittlerweile gab es die Formel Super V, mit mehr Leistung, mehr Hubraum und höheren Kosten. Die Unbedarftheit, der Charme, die Einfachheit, die ursprüngliche Idee von einst, alles war unter die Räder gekommen.

Gelegentlich rollen die Flitzer noch. Wolfgang Rafflenbeuls Vereinskollegen fahren damit auf Oldtimer-Veranstaltungen Gleichmäßigkeitsrennen - natürlich ohne die Härte von einst. Auch in Amerika lebt die Formel V weiter, und gar nicht einmal schlecht. "Sie ist die drittgrößte Amateur-Rennserie für Road Racing", sagt Lisa Nobles, Chefin der SCCA. Das Mindestalter für Einsteiger beträgt 15 Jahre. Gefahren wird noch immer mit kleinen Boxermotoren, wenn auch nicht mehr vom Käfer.