Der neue Renault Mégane versucht mit neuem Mut, sich in der Kompaktklasse durchzusetzen und dem Golf Käufer abzujagen.
Haifischbecken Golf-Klasse: Wer im Segment der Kompaktautos heute Erfolg haben will, muss nicht nur gut sein, sondern besser. Am besten besser als der Golf. Ihn wollen seit vielen Jahren alle schlagen, doch bislang hat der Platzhirsch aus Wolfsburg sämtliche Attacken abgewehrt. Jetzt startet Renault den nächsten Versuch: Der neue Mégane soll es richten. Und die Erwartungen sind entsprechend hoch.
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Gestaltungswille: Der neue Renault Mégane ist attraktiver als der letzte. Doch raussehen kann man nur schlecht. (© Foto: oh)
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Was die Optik angeht, bewies der Vorgänger wieder einmal, dass sich Volumenhersteller von Formen fernhalten sollten, die die Kundschaft in zwei Lager spalten. Pro und contra und nur die Hälfte kauft. Jetzt polarisiert das Design deutlich weniger und gefällt trotzdem: breite Spur, langer Radstand, niedriges Dach, klare Front mit profilierter Motorhaube, betonte Kotflügel wie beim Mazda6, ausgeprägte, nach hinten ansteigende Seitenlinie. Leider auch mit den zeittypischen Nachteilen: miserable Sichtverhältnisse - nach vorn wegen der hohen Fronthaube, nach hinten bedingt durch die kleinen Fenster und die breite C-Säule. 500 Euro für den Parkpiepser hinten und vorn sind gut angelegtes Geld.
Den Triumph der Mode über die Praxis spürt man auch innen. Zwar ist der neue Mégane gut acht Zentimeter länger als der alte, trotzdem sitzt man drin deutlich beengter; vor allem hinten, wo man kaum weiß, wohin mit den Knien. Gut, der Kofferraum (405 Liter) ist um einiges größer als der im Golf (350 Liter). Aber wer viel Gepäck mitnehmen will, dürfte sich sowieso eher für den - später erscheinenden - Kombi Grandtour entscheiden. Abstriche also bei den Alltagstalenten.
Deutlich besser sind andererseits die anfassbare und augenscheinliche Qualität geworden. Die kommode Fahrwerksabstimmung tut ein Übriges und man segelt mit dem Mégane gelassen in den ruhigen Gewässern der entspannten Fortbewegung. Kein Fahrerauto zwar, das verhindert allein schon die recht unpräzise, etwas teigige Lenkung, aber dennoch ein angenehmer Zeitgenosse, keine Frage. Und durchaus umweltbewusst.
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