Von Volker Widerspick

Vorwiegend kühles Ambiente prägt den großzügigen Innenraum.

Einmalig in dieser Fahrzeug-Klasse ist ist das sogenannte schlüssellose Zugangs- und Startsystem per Chipkarte alias "Keyless Entry & Drive".

Und zumindest beim Testwagen stimmte auch die Verarbeitung. (© Foto: Widerspick / autocert.de)

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So weit, so gut. Scheckkartengroß lächelt einen der Schlüsselersatz an und sofort überkommt uns das althergebrachte "Schlüssel haben will"-Gefühl.

Gewöhnungsbedürftig - aber praktisch

Doch man gewöhnt sich schnell daran, nicht mehr mit dem Zündschlüssel herumfuhrwerken zu müssen. Hat man den Bogen raus und die Chipkarte erst einmal in der Mittelkonsole versenkt, drückt man den Startknopf (ist gleichzeitig auch der Stoppknopf), und der Motor springt an.

Das macht man zwei, drei Mal, und man beschließt dann für sich, den Zündschlüssel und seine Drehung nicht mehr zu vermissen. Außerdem lässt sich die Chipkarte mühelos in der Kleidung verbergen. Ohne dass Beulen entstehen.

Hat man die Starthürde erst einmal hinter sich, fällt der Blick auf Armaturen und Mittelkonsole - das zentrale Navigationswerk des Laguna.

Wenig Bedienungselemente - kühles Ambiente

Radio- und Navigation (Carminat) bestechen durch wenig verwirrende Bedienungsknöpfe. 15 Minuten ernsthafte Beschäftigung damit, und alles ist klar. Der große und angenehm abzulesende Navigationsbildschirm kontrastiert scharf und ist selbst bei Sonnenlicht gut erkennbar.

Radio und Navi lassen sich in der Konsole abdecken und damit vor neugierigen Blicken schützen. Aber warum muss man den Dosenhalter auch unter der Konsole verschwinden lassen?

Die Bedienung der Klimaanlage ist fast simpel, die Anzeigen sind groß und gut beleuchtet. Das gilt auch für das Armaturenbrett. Alle Bedienungselemente sind logisch angeordnet, gut erreichbar und bei Nacht ausreichend beleuchtet.

Angenehm ist das Schalten: Butterweich lassen sich die Gänge wechseln.

Die Materialqualität der Armaturen, der Sitze und des gesamten Innenraums ist sehr gut - die Verarbeitung ließ zumindest im Testwagen keine Wünsche offen.

Das Raumangebot ist überzeugend

Zuerst zum Kofferraum: 475 Liter erscheinen erst einmal nicht viel. Trotzdem: Hat sich die Heckklappe geöffnet, hat man das Gefühl, in ein großes, tiefes, schwarzes Loch zu fallen.

Ist die Rückbank umgelegt, kann man mit dem Grandtour praktisch jeden Kleinumzug (1.575 Liter Stauraum) mühelos durchführen. Das Platzangebot für Rückbank-Passagiere ist gut (dank 70 Millimeter mehr Radstand im Vergleich zum Vorgängermodell). Jedenfalls gut genug, um sich auf langen Strecken nicht mit ständig quengelnden Rückbänklern auseinandersetzen zu müssen.

Ein besonderes Bonbon ist die separat aufklappbare Heckscheibe. So kann der Einkauf auch in den Kofferraum gereicht werden, wenn man hinten zugeparkt ist und die Klappe nicht aufkriegt.

Mühselig war es nur, den Öffnungsknopf zu finden (er befindet sich links vom Schalter für die Heckklappe). Das kann für Verwirrung sorgen, wenn plötzlich "nur" die Heckscheibe aufgeht - statt der Klappe. Außerdem sind so im Winter schmutzige Finger vorprogrammiert.

Das Renault-Design

Im Vergleich zu VelSatis oder Avantime halten sich die Eskapaden der Renault-Design-Abteilung in Grenzen. Die Front wirkt angenehm, das Heck jedoch sehr eckig.

Insgesamt hat sich der Laguna zum Vorgänger kaum und wenn, dann nur zum Vorteil gewandelt. Alles ist edel gehalten.

Außen und innen - man kann es nicht anders sagen - ist der Renault Laguna 1.9 dCi Grandtour ein wirklich gelungenes Auto. Ein rollendes Wohnzimmer mit ordentlich Musik unter der Haube, trotzdem sparsam und leise, mit einem Fahrwerk, das überzeugt - und mit einem Raumangebot, das sehr üppig ist.

Quelle: autocert.de

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