Von Titus Arnu

250 Baustellen in Deutschland werden an diesem Wochenende Rekordstaus verursachen. Wir geben Tipps, wie man trotzdem gut in den Urlaub kommt. Mit Grafik.

Für dieses Wochenende erwartet der ADAC Rekord-Staus. Besonders in Süddeutschland wird es eng auf den Straßen, denn in Bayern und Baden-Württemberg beginnen die Sommerferien. Gleichzeitig treten viele Urlauber bereits die Heimreise in Richtung Norden an. Auch in Italien beginnt die Hauptreisezeit. Europäische Hauptrouten wie die Taunernautobahn A10 in Österreich, die Gotthard-Autobahn A2 in der Schweiz sowie die Brennerautobahn zwischen Österreich und Italien werden deshalb ebenfalls überfüllt sein. Verkehrsexperten erklären, warum Autofahrer dieses Mal besonders viel Geduld brauchen - und wie man trotzdem nervenschonend sein Urlaubsziel erreicht.

Bild vergrößern

Stauprognose fürs Wochenende (© SZ-Karte: Hanna Eiden)

Anzeige

Warum ist die Stau-Situation diesen Sommer besonders schlimm?

Verantwortlich dafür sind bundesweit 250 Autobahn-Baustellen mit einer Gesamtlänge von knapp 975 Kilometern, 75 davon allein in Bayern. Dank der Konjunkturprogramme der Bundesregierung und gestiegener Einnahmen aus der Lkw-Maut fließt mehr Geld denn je in den Erhalt und Ausbau der Fernstraßen. Auf den Baustellen werde gerade mal ein Drittel der Wochenzeit gearbeitet, kritisiert Maximilian Maurer vom ADAC, "sinnvoll wäre ein besseres Baustellen-Management und an heiklen Stellen Nachtarbeit." Laut ADAC sind Baustellen für ein Drittel der Zeit verantwortlich, die Autofahrer im Stau verbringen.

Soll man Stauwarnungen im Radio vertrauen?

Nicht immer. Wenn der Staubericht vom Radiosprecher verlesen wird, ist die Meldung im Schnitt schon 40 bis 45 Minuten alt. Nach Erkenntnissen des Automobilclubs von Deutschland (AvD) liegt jede dritte Verkehrsmeldung daneben. Viele Staus seien längst aufgelöst, wenn im Radio noch vor ihnen gewarnt werde.

Darf man im Stau aussteigen?

Fußgänger dürfen Autobahnen laut Straßenverkehrsordnung grundsätzlich nicht betreten. Das gilt auch im Stau. Hilfsfahrzeuge und Stauhelfer könnten sich zwischen den Autos durchschlängeln - das bedeutet Gefahr. Halten auf der Pannenspur ist nur im Falle einer Panne gestattet. Falls der Verkehr mal eine Stunde steht und jemand seine Notdurft hinter der Leitplanke verrichtet, hat die Polizei aber vielleicht doch Verständnis.

Muss man dem Navi alles glauben?

Das Vertrauen ins Navigationssystem sollte sich in Grenzen halten, empfiehlt Michael Schreckenberg, Professor für Physik von Transport und Verkehr an der Universität Duisburg-Essen. "Navis wollen ihren Wert beweisen, indem sie immer zum Umfahren raten", behauptet Schreckenberg. Doch darauf sei längst nicht immer Verlass, so der Verkehrsforscher. Die Daten der Geräte zu den Umgehungsrouten seien nicht perfekt. Zudem fahren viele Navi-Besitzer dieselben Umgehungsstrecken - und stehen dann dort gemeinsam im Stau.

Leser empfehlen