Entwicklung von Studenten Vergleichsportal für Busreisen

Neue Anbieter, neue Strecken, neue Preise: Die Fernbusbranche boomt. Den Überblick über die Angebote zu behalten ist allerdings bislang kaum möglich. Karlsruher Studenten wollen das nun ändern.

Die Busbranche ist in Bewegung. Immer neue Anbieter wagen sich mit neuen Strecken auf die Straßen. Für die Kunden ist das gut: Die Preise sind niedrig, das Streckennetz wächst. Nur übersichtlich ist das nicht. Drei Karlsruher Studenten haben das kommen sehen. Sie haben das Portal busliniensuche.de entwickelt, das im Stile eines Reiseplaners einen Überblick über verfügbare Strecken und Preise gibt.

Martin Rammensee hat 2011 eine Seminararbeit über den Fernbusmarkt geschrieben "und festgestellt, dass das total unübersichtlich ist", erzählt der Student des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ein anderes Mal sei er mit einem großen Linienbus-Anbieter nach Rumänien gefahren: "Nach der Reise merkte ich: Es hätte ja billigere Anbieter gegeben. Aber das hatte ich vorher nicht gewusst." Dabei war damals so viel am Fernbusmarkt noch gar nicht los.

Fernbusbranche boomt

Nach Berlin fuhren Busse auch schon vor der Liberalisierung des Fernbusmarktes.

(Foto: dpa)

Bis 2012 galt in der Bundesrepublik nämlich das "Verbot der Doppelbedienung" aus dem Jahr 1934: Genehmigungen für Fernbuslinien in Deutschland gab es nur, wenn Unternehmen nachweisen konnten, dass ihr Angebot die Verkehrsverhältnisse verbesserte und keine Konkurrenz zur Bahn darstellte. Die Regelung fiel Ende vergangenen Jahres. Seitdem boomt die deutsche Fernbusbranche.

Die Zahl der Städteverbindungen wuchs binnen weniger Monate um die Hälfte auf zuletzt 65 bestehende oder geplante Strecken an, wie aus einer Studie des Berliner IGES-Instituts hervorgeht. Flughafenanbindungen und Touristentouren sind nicht mitgerechnet. Gut 40 Anbieter seien am innerdeutschen Markt aktiv, fanden die Marktforscher heraus. Mit dem britischen Schwergewicht National Express und seinem "city2city"-Angebot kommt am 2. April ein neuer Großanbieter hinzu. In dieser Woche verkündete zudem der Discounter Aldi gemeinsam mit einem Bonner Unternehmen, ab 4. April Fernbuslinien anzubieten.