Von Susanne Kilimann

Wenn Paare oder Familien in den Urlaub starten, ist der Streit im Auto oftmals schon vorprogrammiert, wissen Verkehrspsychologen. Und Stress im Cockpit steigert die Unfallgefahr. Doch die Experten haben ein paar Tipps, die jede Autoreise stressfreier und sicherer machen.

Endlich Urlaub. Endlich Zeit für den Partner. Zeit für die Kinder. Zwei Wochen lang Harmonie und Familienglück. Das wünschen sich wohl die meisten, wenn sie mit ihren Lieben in die großen Ferien starten. Doch dann ist man kaum ein paar Stunden unterwegs - und schon hat die Stimmung im Auto einen bedrohlichen Tiefpunkt erreicht. Eisiges Schweigen oder heftiger Streit - "bad vibrations" sind in jedem Fall gefährlich. Denn wer genervt am Steuer sitzt, lässt sich durch andere Fahrer schneller provozieren, reagiert unbeherrscht - eine verhängnisvolle Reaktionskette, die schnell zum Unfall führen kann.

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Warum es gerade auf der Fahrt in den Urlaub zwischen den Autoinsassen so oft kracht, hat viele Gründe, weiß der Berliner Verkehrspsychologe Edmund Wirzba. "Ein Faktor zum Beispiel ist die typische Konkurrenzsituation, die der Autofahrer erlebt, wenn er sich zum Ferienstart gemeinsam mit den Massen in Bewegung setzt." Jeder will so gut und so schnell wie möglich an sein Ziel. Und wer im Stau steckt, fühlt sich leicht als Verlierer, ist unzufrieden mit sich, weil er die falsche Zeit oder die falsche Strecke gewählt hat, weil ihn die "Besseren" abgehängt haben. Wenn dann auch noch eine kritische Bemerkung vom Partner kommt - ("ich wollte ja gestern schon los") - entfesselt sich schnell ein dicker Streit.

Die schlechte Stimmung im Cockpit geht auch an den Kinder auf dem Rücksitz nicht spurlos vorbei. "Die Kleinen haben ganz feine Sensoren für die Signale, die ihre Eltern aussenden", sagt Wirzba. "Selbst wenn kaum Worte fallen, kriegen sie ganz genau mit, dass da vorn die Gewitterwolken aufziehen. Papas Tonfall, Mamas Blick können für sie Vorboten einer drohenden Katastrophe sein." Kein Wunder also, wenn die Kids quengelig werden. Zu Hause könnten sie sich ins Kinderzimmer verkrümeln oder draußen spielen gehen. Im Auto gibt's kein Ausweichen - das potenziert den Stress.

Doch Autofahrer und Co-Pilot können einiges tun, um Streit an Bord zu vermeiden. Was? Dazu mehr auf der nächsten Seite.

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