Österreich hat den neuen RailJet in Dienst gestellt: Mit seiner modernen Technik soll er den europaweiten Schienenverkehr erleichtern.
Auch wenn der 1991 in Deutschland eingeführte ICE-Verkehr langsam in die Jahre kommt und mit Verschleißerscheinungen kämpft, hat diese Technologie doch unbestreitbare Vorzüge. In den letzten Jahren kamen mehr und mehr Fahrgäste im benachbarten Ausland - anfangs in der Schweiz, später Frankreich und Dänemark - in den Genuss der deutschen ICE-Technologie. Bereits seit Jahren gibt es eine durchgehende ICE-Verbindung von Frankfurt nach Wien; stetig steigende Fahrgastzahlen belegen die Attraktivität.
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Premiere: Der RailJet wurde von den Österreichischen Bundesbahnen für den Europa-Verkehr entwickelt. (© Foto: ÖBB)
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Seit dem 14. Dezember nun gibt es zwischen Deutschland und Österreich ein weiteres Angebot der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) - den RailJet. Das ÖBB-Konzept beruht, anders als die deutsche Triebzug-Philosophie, auf dem klassischen Lok-/Wagen-Prinzip. Dafür wurden 238 Lokomotiven der von Siemens zusammen mit den ÖBB entwickelten Taurus-Familie in Dienst gestellt - eine Elektro-Lok, deren Prototypen bei Siemens Transportation im Münchner Stadtteil Allach (der früheren Lokschmiede von Krauss-Maffei) entstanden; die Serie wurde in Linz montiert.
Unterschiedliche Versionen der Lok decken alle nur denkbaren Kombinationsmöglichkeiten im grenzüberschreitenden Europaverkehr ab, der anders als die Straße vielfältige Hindernisse bei technischen Voraussetzungen und Bedienungsvorschriften bereithält. Denn während Autofahrer das Fahrlicht mit dem immer gleichen Handgriff einschalten, hat allein die Informationsbroschüre für die in Europa notwendigen Kombinationsmöglichkeiten für Spitzen- und Schlussbeleuchtung der Taurus-Lokomotiven 26 Seiten.
In den vier Waggons der Economy-Klasse des RailJet finden sich 316 Plätze; dazu ein Kinderkino, das vor allem Familien verstärkt auf die Schiene locken soll. Im kombinierten First/Bistro-Wagen ist genügend Platz für bis zu drei Rollstuhl-Reisende inklusive großzügiger Toilette. An den 1.-Klasse-Großraumwagen mit Namen first schließt sich der Steuerwagen an, der den 16 Reisenden der sogenannten Premium-Klasse vorbehalten ist. Dort finden sich großzügig verstellbare Komfortsitze, exklusiver Service am Platz und ein spezielles Cateringkonzept, das für diesen Kreis der Fahrgäste das Gefühl von First-Class-Service auf Intercontinental-Flügen aufkommen lassen soll.
Seit dem 14. Dezember gibt es sechs tägliche Verbindungen zwischen München und Wien, von denen derzeit nur eine mit einer RailJet-Garnitur bedient wird; die anderen fünf teilen sich EC-Wagenzüge und ICE-Garnituren so lange, bis die aktuellen Achsenkontroll-Probleme des ICE gelöst sind. Sobald die ÖBB weitere der neuen RailJet-Züge zur Verfügung haben, wird die München-Wien-Verbindung voraussichtlich von September 2009 an mit fünf Einheiten aus Österreich und nur noch einem ICE bedient werden.
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(SZ vom 20.12.2008/gf)
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