Radfahren im Herbst So wird's Licht am Fahrrad

Der Fahrradhelm könnte bald Pflicht sein und die Promillegrenze für Radler sinken. Doch gerade in der kalten Jahrezeit ist die Sicht der wichtigste Sicherheitsfaktor. Aber nicht jede Lampe ist in Deutschland erlaubt. Darüber entscheidet auch das Gewicht des Fahrrads.

"Spätestens jetzt sollten Sie sicherstellen, dass die Beleuchtung für die dunkle Jahreszeit ausreicht", sagt Oliver Reidegeld von der Deutschen Verkehrswacht (DVW) in Berlin. Wenn es schon nachmittags dunkel wird, müssen Radler ausreichend sehen können - und vor allem sichtbar sein.

Die ersten Blätter an den Bäumen verfärben sich und fallen ab. Herbstliches Laub auf den Geh- und Radwegen gefährdet gleichermaßen Fußgänger wie Fahrradfahrer.

(Foto: dpa)

Vorgeschrieben ist nach Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ein dynamobetriebenes Vorder- und Rücklicht. Das vordere Licht muss in weißer Farbe strahlen, das Rücklicht in Rot, wie Wilhelm Hörmann vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Bremen erläutert. Auch die Leistungsstärke ist vorgeschrieben: "Drei Volt und sechs Watt muss ein Fahrraddynamo mindestens leisten", fügt Jörg Kock von der norddeutschen Fahrradgeschäfts-Kette "Mega Bike" hinzu. Die Helligkeit der Vorderleuchte muss mindestens zehn Lux betragen. Für diese Lichtstärke fällt dem Dynamo eine besondere Rolle zu.

[] "Viele ältere Fahrräder sind noch mit einem Seitenläuferdynamo direkt am Vorderrad ausgestattet", sagt Hörmann. Dabei wird der Strom durch ein Rädchen erzeugt, das an den Reifen geklemmt wird. Doch wenn sich bei Regen auf dem Reifen ein Wasserfilm bildet, findet dieses Reibrad keinen Halt mehr. Die Lampe bleibt dunkel oder flackert. "Problematisch sind im Herbst auch nasse Blätter, die zwischen Reifen und Reibrad stecken bleiben", sagt Hörmann. Feuchtigkeit schade außerdem den Verkabelungen, gerade bei älteren Dynamos komme es zu Rostbildung. "Man sollte daher immer darauf achten, dass Kabel und elektrische Kontakte gut isoliert sind", sagt Martin Dinkel von der Münchener Fahrradwerkstatt "Velo" am Ostbahnhof.

[] Weniger witterungsanfällig ist ein Nabendynamo, wie er bei modernen Rädern mittlerweile Standard ist. Matsch, Laub und Kälte können ihm meist nichts anhaben. Doch wenn das Rad zum Beispiel aus einem wärmeren Keller ins Freie gebracht wird, kann die Luft im Dynamo kondensieren und sich Wasser ansammeln, so DVW-Sprecher Reidegeld. Reparaturen sind oft vergleichsweise aufwendig und machen das Know-How einer Fahrradwerkstatt notwendig.