Praxistest: Porsche 911 Carrera 4 Cabrio Dem Himmel so nah
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Er ist Kult. Und Sportgerät. Und offen erst recht ein himmlisches Vergnügen. Dass ihn sich nur wenige leisten können, macht seinen Mythos nur noch stärker.
Daran haben auch Boxster, Cayenne und selbst der Cayman nicht wirklich etwas ändern können: Wer "Porsche" hört, denkt fast immer an den 911. Der Klassiker aus Zuffenhausen macht den Kern der Legende aus. Und das zu Recht: Wenn er auch technisch nur noch Grundprinzipien wie den Boxer-Motor im Heck mit seinem Urahnen von 1964 gemeinsam hat - der Anspruch und die Seele sind über all die Jahrzehnte gleich geblieben. Ein Porsche, so war immer das Bestreben, sollte für die Rennstrecke ebenso taugen wie für den Wochenendausflug über die Landstraßen. Sport- und Kultgerät in einem, Fahrvergnügen garantiert.
Schiere Kraft, satter Sound und reine Lust am Fahren mit dem Wind im Haar.
(Foto: Foto: press-inform)Letzteres gilt besonders für das 911er Cabrio. Der Renneinsatz auf der Nordschleife - da lässt er lieber seinen Brüdern aus der Coupé-Fraktion die Vorfahrt. Aber in Sachen Lustgewinn ist diese wunderschöne Fahrmaschine kaum zu übertreffen. Schiere Kraft, satter Sound und reine Lust am Fahren mit dem Wind im Haar. Perfekt.
Man muss noch gar nicht drinnen sitzen, um der Faszination hoffnungslos zu erliegen. Schon die Heckansicht mit den breit ausgestellten Radkästen sorgt für Hormonausschüttung - die Allradversion schwingt sich gar noch 44 Millimeter weiter nach links und rechts. Und keine Bange: "Die paar Millimeter" nimmt man sehr wohl wahr. Unter den aparten Seitenbacken warten überbreite Walzen darauf, endlich losstürmen zu dürfen.
Also Tür auf und einsteigen. War es früher für Porschefahrer ratsam, spätestens bei 1,75 Metern Körpergröße mit dem Wachstum aufzuhören, finden nun auch Menschen mit Gardemaß bequem Platz auf den vorderen Plätzen.
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Breitensport mal anders
Im Porsche vorzugsweise links. Lenkrad und Gestühl lassen sich perfekt einstellen, die Lederstühle gleiten bei Bedarf auch richtig weit nach hinten. Und wer mit seinem Hintern nur gepresst in die Sitzschale eines GT3 passt, der wird in der zivilen Genussversion Carrera 4 keine solchen Probleme haben. Breitensport mal anders. Dabei sorgen die körpergerechten Sitze ebenso für perfekten Seitenhalt wie für ermüdungsfreies Fahren auch über hunderte von Kilometern.
Im Innenraum dominieren hochwertige und perfekt verarbeitete Materialien - bis hin zu den Ziernähten an Sitzen und Armaturenbrett ein Genuss für Augen und Tastsinn gleichermaßen.
Ein paar Eigenheiten gehören zur Legende. Das Zündschloss links vom Lenkrad beispielsweise. Oder dass der Drehzahlmesser mittig im Blick des Fahrers liegt - und der Tacho "nur" daneben. Was nervt, sind dagegen die fummeligen Mäusetasten an der Mittelkonsole - zu viele, zu schwer zu treffen, mitunter auch nicht gerade sehr robust.
Das Doppel-Bänkchen in der zweiten Reihe taugt nicht wirklich zum Sitzen - nicht mal quer. Aber es erweist sich als willkommener Stauraum. Der eigentliche Kofferraum vorne unter der Haube ist zwar bei weitem nicht so mickrig, wie Porschehasser gern behaupten - selbst eine Getränkekiste samt Einkaufstüten lässt sich (mit etwas Bücken) problemlos verstauen. Aber allzu Sperriges sollte man doch besser in den Zweit-Kombi packen. 105 Liter Stauraum sind eben nur Kleinwagenformat. Ach ja: Ein paar Ablagen für Kleinkram hätten wir uns auch noch gewünscht.
Wirken im Verborgenen
Eine halbe Drehung des Zündschlüssels erweckt den Boxer im Heck zu dumpf brabbelndem Leben. Ja, genau so klingt ein Porsche. Sechs Zylinder haben die Porsche-Ingenieure zwischen die Hinterräder gepackt - gut für 325 PS. Das reicht für alle Lebens- und Straßenlagen. Der einzige Nachteil des Porsche-Boxers: Man sieht so wenig von ihm.
Während andere Sportwagenhersteller ihre Wunderwerke unter große Hauben packen oder gleich hinter Glas, presst Porsche die 3,6 Liter Hochleistung in eine Abstellkammer, die eher an den Motorraum des Käfers erinnert, Christopherus hab' ihn selig.