Von Von Jürgen Wolff

Zu den skurrilen Erfindungen des Schriftstellers Michael Ende gehört Herr Tur Tur, der Scheinriese aus den Jim Knopf-Büchern. Auch der A180 CDI ist so ein Scheinriese: Er wirkt größer, als er ist.

Die A-Klasse ist die kleinste Modellreihe, die den Stern tragen darf. Spätestens in der zweiten Generation ist die Kombilimousine nun auch tatsächlich ein Mercedes geworden - mit allen Stärken und Schwächen. Ein Erfolg ist er allemal - auch, wenn die Stuttgarter ihn anfangs eher widerwillig ins Programm genommen haben.

Mercedes-Benz A 180 CDI

Die zweite Generation des Baby-Benz ist 2004 auf die Welt gekommen - und wirkt noch immer frisch. (© Foto: Pressinform)

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Man brauchte 1998 ein Auto, das den üppigen Flottenverbrauch statistisch senken konnte. Und man bekam eines, das sich allein in Deutschland während der ersten fünf Monate dieses Jahres rund 27.100 mal verkauft hat. Damit ist der "A" der meistverkaufte Mercedes, noch vor C- und E-Klasse.

Das hat seine Gründe - und nicht nur den, dass er der einzige Mercedes ist, den sich viele leisten können. Oder dass er nun gefälliger und erwachsener aussieht als sein Vorgänger. Die A-Klasse ist ein kleines Raumwunder. Von außen wie von innen wirkt er größer, als er tatsächlich ist. Ein Scheinriese eben, dessen wahre Dimensionen erst im direkten Vergleich auffallen. Wenn er zum Beispiel neben einem Hyundai Matrix steht, der auch als Minivan firmiert und trotzdem höher und länger ausfällt als die A-Klasse mit ihren 3,84 Metern Länge, 1,76 Metern Breite und 1,59 Metern Höhe.

Aber auch bei voller Bestuhlung reichen die 435 Liter Laderaum für jeden Einkauf samt Getränkekisten - der VW Golf zum Beispiel hat selbst als Plus-Version weniger zu bieten. Dazu kommt, dass sich der Laderaum der A-Klasse durch die weit aufschwingende Ladeklappe und die große Öffnung auch mit sperrigen Gütern bestens beladen lässt. Der Ladeboden ist durchgehend eben, quadratisch geschnitten und hat eine niedrige Ladekante. Fächer für Kleinkram sorgen dafür, dass nichts durch die Gegend fliegt.

Gestreckte Beine wie im Sportwagen

Geräumig geht es auch vorne zu - wenn auch die Sitzposition erst mal gewöhnungsbedürftig ist: Wegen der hohen Bauweise des Sandwichbodens und der niedrigen Sitzhöhe sitzt man nicht wie üblich mit angewinkelten, sondern mit eher gestreckten Beinen - ähnlich wie in einem Sportwagen. Die Sitze selbst sind vorne gut verstellbar, auch große Passagiere finden bequem Platz. Was man leider von der hinteren Reihe nicht sagen kann - dort ist es mit der Kniefreiheit schnell zu Ende. Und mehr als zwei Personen sitzen zu beengt.

Doch auch mit den Außenmaßen eines Honda Jazz bietet die A-Klasse innen mehr Raum als etwa der Volvo-Kombi V50. Und das deutlich flexibler und besser nutzbar. Wer im A180 die asymmetrisch teilbare Rückbank vorklappt, bekommt selbst zwei voll montierte Bikes hinten unter - aufrecht stehend und mit dem Tourgepäck für ein verlängertes Wochenende. Gegen Aufpreis lässt sich selbst der Beifahrersitz komplett ausbauen.

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