Von Jürgen Wolff

Honda baut nicht nur Autos sondern auch Motorräder; dies bemerkt man bei dem Honda Civic mit dem roten "R" spätestens dann, wenn man richtig durchstartet: Abgeregelt wird erst bei 8200 Umdrehungen.

Mit dem Golf GTI hat Volkswagen 1976 das Rennen eröffnet - seither toben mit dem Veteranen, der erst jüngst seine Wiederauferstehung feiern durfte, eine handvoll Konkurrenten über die Boulevards und Landstraßen: Seat mit dem Cupra R, Renault mit dem Mégane Sport, Ford künftig mit dem Focus ST.

Honda Civic 2.0i Type-R

Der Honda Civic 2.0i Type-R und sein Markenzeichen - das rote "R": nicht zu übersehen auf der Straße. (© Foto: Pressinform)

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Allesamt kleine Geschosse mit Alltagsnutzen, mit viel Fahrspaß bestückt, unbändiger Kraft und genügend Platz für Sprudelkästen und Kleinfamilie. Der GTI-Killer von Honda ist ein Civic und heißt Type-R. "R" wie Racing.

Das rote "R" zieht sich als Motiv durchs ganze Auto: Es prangt auf dem Kühlergitter und am Heck, ist auf die Sitze und die Fußmatten gestickt, leuchtet von den Seitenschürzen - und natürlich von dem Metallschild mit der individuellen Seriennummer auf der Mittelkonsole.

Civic, nicht bürgerlich

Aber auch ohne das allgegenwärtige "R" würde man diesen Civic wohl kaum mit seinen zivilen Brüdern verwechseln. Dafür sorgen auf den ersten Blick schon der große Heckspoiler, die Tieferlegung um rund 15 Millimeter, die satten 17-Zoll-Felgen mit den 205/45er Reifen, der wuchtige Frontspoiler, die Seitenschweller und die doppelten Auspuffrohre aus Chrom.

Racer außen. Racer innen. Die mit Alcantara bezogenen konturierten Sitze wurden extra für den Type-R entworfen. Sie bieten auch bei flotter Kurvenfahrt einen hervorragenden Seitenhalt.

Knapp, knackig, exakt

Das rot abgesteppte Lederlenkrad liegt griffig in den Händen. Der Weg vom Lenkrad zum Alu-Knauf des Schaltknüppels kurz: Er sitzt nicht zwischen den Vordersitzen sondern ragt "rallye-like" wie ein Joystick knapp unterhalb des Radios aus der Mittelkonsole.

So wie sie aussieht schaltet sie sich auch: Knapp, knackig, exakt und mit kurzen, präzisen Wegen. Die Instrumente mit ihren weißen Zifferblättern sind immer im Blickfeld und von nüchterner Übersichtlichkeit. Alles im Übrigen tadellos verarbeitet.

Auch hinten geht es sportlich zu - nicht so sehr, was den Platz betrifft. Der reicht für ausgewachsene Passagiere auch bei langen Strecken völlig aus. Sportlich ist in dem Dreitürer vielmehr der Durchstieg nach hinten.

Zum Thema Platzmangel fällt dagegen der Kofferraum auf: Der ist mit 315 Litern ziemlich mager ausgefallen. Ebenso übrigens wie die Zuladung mit gerade mal 280 Kilo. Vier erwachsene Mitteleuropäer bringen schon mehr auf die Waage - ohne Gepäck.

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