Praxistest: Daihatsu Copen Der wahre Mini...

...kommt von Daihatsu. Bonsai-Roadster, Baby-TT - für den Copen lassen sich viele Kosenamen finden. Alle schauen hin. Besonders, wenn sich aus dem gelben Spaßmobil ein 1,90-Meter-Mann herausschält.

Von Von Sebastian Viehmann

Als Rechtslenker versprüht der Copen (Wortschöpfung aus "Coupé" und "Open") verloren geglaubtes Roadster-Flair. Die Umgewöhnung auf die Lenkung "auf der falschen Seite" geht schnell und verleiht dem Ganzen obendrein einen besonderen Charme. Weil sich der Mikro-Roadster aus Osaka hierzulande besser verkaufen könnte, will Daihatsu ihn demnächst aber auch als Linkslenker anbieten.

Praxistest: Daihatsu Copen

Zwinkern aus dem Land des Lächelns

(Foto: Foto: pressinform)

Ob rechts, ob links: In jedem Fall geht es im Cockpit ziemlich beengt zu. Das Lenkrad ist zwar längen- und höhenverstellbar. Trotzdem bleibt zwischen Lenkradunterseite und Sitzfläche kaum der erhoffte Platz für die Oberschenkel. Hochgewachsene Fahrer sollten vor einer längeren Tour mit geschlossenem Verdeck testen, ob der Lebensraum für sie überhaupt ausreicht.

Das elektrisch versenkbare Aluminium-Hardtop macht mit vier Hydraulik-Zylindern aus dem knuddeligen Coupé in 20 Sekunden ein Voll-Cabrio: Motor anlassen, Handbremse ziehen, Schnellverschlüsse an der Dachinnenseite lösen, Knopf gedrückt halten - schon schwebt das Dach ins Heckabteil.

Baby-Godzilla

Ist das Dach geschlossen, muss man beim Einparken oder Spurwechsel besonders aufpassen. Dafür ist der Copen mit 9,20 Metern Wendekreis und knapp 3,40 Metern Länge ein Freund kleiner Parklücken und genau das Richtige für die sonnige Innenstadt.

Unter der kugeligen Haube arbeitet ein Vierzylinder mit gerade einmal 659 Kubikzentimetern Hubraum. Im dicht besiedelten Japan braucht man für Kleinstwagen mit solchen Mini-Motoren keinen Parkplatznachweis und zahlt wenig Kfz-Steuer. Das agile Motörchen mit 16-Ventil-Technik und zwei obenliegenden Nockenwellen leistet immerhin 68 PS (50 kW) und bekommt zusätzlichen Schub durch einen Turbolader. Beim Gasgeben meldet der sich mit einem turbinenartigen Säuseln zu Wort - wie ein schnaubender kleiner Baby-Godzilla.

Schon bei niedrigen Drehzahlen ist der Motor durchzugsstark und entfaltet sein maximales Drehmoment bereits bei 3200 Umdrehungen. So kann man schnell bis in den vierten Gang schalten und im Stadtverkehr dahingleiten. Das Fünfgang-Getriebe erfreut mit einer präzisen Abstimmung und kurzen Schaltwegen, ärgerlich ist aber der hakelige Rückwärtsgang.

Kräftige Aussichten

Bei einem Gesamtgewicht von maximal 1040 Kilogramm (Leergewicht 830 Kilogramm) bietet der Bonsai-Roadster auch mit seinem Mini-Motor eine Menge Fahrspaß. 11,7 Sekunden von null auf 100 km/h ist ein ordentlicher Wert. Mit geöffnetem Verdeck, den Fahrtwind um die Nase und den Turbinen-Sound im Ohr, ist die gefühlte Beschleunigung zudem durchaus beeindruckend.

Wer mehr Power will, muss bis Ende März warten. Dann soll der Linkslenker-Copen mit einem 1,3-Liter-Motor und 87 PS (64 kW) auf den Markt kommen. "Der Verkaufspreis wird sich dadurch nicht erhöhen", prognostiziert Daihatsu-Sprecher Ingo Spruytenburg. Zur Zeit kostet der Copen 17.200 Euro.