Nach der Übernahme von Porsche durch Volkswagen steht die Zuffenhausener Modellpolitik auf dem Prüfstand.
Die Kämpen sind müde vom aufreibenden Zwei-Fronten-Krieg - auf der einen Seite galt es, das von der Krise geschüttelte Tagesgeschäft zu meistern, auf der anderen Seite zehrte die fast neun Monate dauernde Übernahmeschlacht an der Substanz. Am Ende haben Ferdinand Piëch und Martin Winterkorn das Ding noch gedreht und Porsche unter das VW-Dach heimgeholt. Doch das hat Zeit gekostet und Kraft, da sind bei allen Marken viele Dinge unerledigt geblieben, da stand die personell ebenso bewusst wie fahrlässig schwach unterfütterte Doppelspitze extrem unter Druck. In solch einer Ausnahmesituation sagt man schon mal was, das weh tut - so wie Porsche damals gegen den überflüssigen Phaeton oder das Bugatti-Abenteuer polemisiert hat, so bekrittelt VW jetzt den unzeitgemäßen Cayenne und den verkorksten Panamera.
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Späte Ehre: ein Porsche 356 auf einer 55-Cent-Briefmarke (© Foto: oh)
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Doch nach den ersten verbalen Befreiungsschlägen haben sich die Wolfsburger Chefstrategen schnell wieder eingebremst - und das aus guten Gründen. Denn zum einen wären sie schlecht beraten, wenn sie ihre rund 16 Milliarden Euro teure Neuerwerbung schon in der Kennenlernphase beschädigen würden. Und zum anderen hat VW noch gar keinen Durchgriff auf die Porsche Holding SE, deren neuer Chef Martin Winterkorn heißen soll. Das Erstellen des Integrationsvertrags dürfte sich nämlich noch bis in den Spätherbst hinziehen.
Aber obwohl sich während des Interregnums keiner der VW-Granden in offizieller Mission nach Stuttgart begeben würde, sind die Herren gedanklich bereits rund um die Uhr dort. So bekennt Chefdesigner Walter de'Silva, insgeheim immer wieder mal Porsche zu skizzieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende soll bereits Erkundigungen über den Nachfolger des 911 eingezogen haben, der Konzernchef durfte über höhere Stückzahlen und neue Produkte philosophieren.
Miteinander reden tun beide Seiten allerdings bestenfalls unter vier Augen; entsprechend groß ist die Verunsicherung vor allem in Zuffenhausen. Welche Produkte haben Bestand, welche Markenwerte stehen künftig im Vordergrund, was bedeuten Integration und Synergieeffekte in Höhe von 700 Millionen Euro pro Jahr für Mannschaft und Strukturen?
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Bleibt noch ein heftiges Problem: Chefdesigner Maurer.
es tut mir leid, aber ich kann diesen aktionismus nicht verstehen, muss denn nun alles durcheinandergemischt werden ??
reicht es nicht dass sich die familie porsche dem strategiewahn der eigenen verwandschaft ergeben musste??
sicherlich wird es anknüpfungspunkte geben müssen, gnaz klar, aber ist denn deswegen gleich alles in frage zu stellen? touareg und cayenne sind auf dem gleichen reissbrett entwickelt worden und haben artverwandte gene, aber ist deswegen der eine schlechter als der andere??
über optik will ich an der stelle gar nicht reden, da hat der schwabe die nase klar besser im wind.
ist es zwingend erforderlich ein erfolgsmodell wie den 911er solange umzukrempeln bis man ihn nicht mehr erkennt?
ich habe angst um die selbständigkeit von den zuffenhausenern und "vworsche" ist auch kein name den man auf den straßen sehen will.