Porsche 911 Turbo Steigerung im Grenzbereich

Der neue Porsche Turbo sucht seine Rolle im fein gestuften Angebot der großen Elfer-Familie.

Von Georg Kacher

Wie viel Elfer braucht der Mensch? Nüchtern betrachtet, ist die Differenz zwischen dem 345 PS starken Carrera und dem neuen Turbo mit 500 PS lange nicht so dramatisch wie der Preisunterschied von 62.839 Euro. Unterm Strich heißt das 23 km/h in der Höchstgeschwindigkeit und 1,5 Sekunden in der Beschleunigung, aber dazu braucht's beim Turbo schon das Doppelkupplungsgetriebe und das Sport-Chrono-Paket mit gedrückter Launch Control-Taste, sonst braucht man glatt drei Zehntel länger. Zwei Wimpernschläge.

Außen ganz der Alte: Der neue Porsche Turbo ist nicht auf Anhieb zu erkennen. Die meisten Verbesserungen sind unterm Blech verborgen.

(Foto: Foto: oh)

Warum rollen wir dann trotzdem dem Turbo den roten Teppich aus? Antwort: Weil dieser Porsche ein ganz besonderer Sportwagen ist. Nicht so spitz wie der GT2 und nicht auf Kante geschliffen wie der GT3, sondern auf ähnlich hohem Niveau stets transparent und umgänglich, eine geschmeidige Mischung aus explosiver Kraft, überlegener Traktion und intuitivem Handling.

Am Erscheinungsbild des geflügelten Heckmotor-Coupés hat Porsche nicht viel verändert, der Vorgänger kam schließlich erst 2006 auf den Markt. Neu für 2010 sind die größeren Lufteinlässe, die unvermeidlichen LED-Lichter, die schlankeren Spiegel und die fetteren Auspuffendrohre.

Neu ist auch der Preis von 145.871 Euro, zu dem man 3915 Euro für das PDK-Getriebe, 1309 Euro für die dynamische Drehmomentverteilung Torque Vectoring, 4034 Euro für das Sport-Chrono-Paket inklusive aktiver Motorlager, 416 Euro für die Schaltpaddel, die jetzt am Lenkrad sitzen, und 702 Euro für das Kurvenlicht addieren darf. Wer gerne rennmäßig unterwegs ist, mag sich die 8710 Euro teure Keramikbremse gönnen, die kein Fading kennt. Das mit gut 11.000 Euro teuerste Turbo-Extra ist das elektrisch betätigte Faltdach, das aus dem Coupé ein atemraubendes Cabrio macht.