Von Stefan Grundhoff

Die Allradler des 911 bekommen nicht nur Doppelkupplung und sparsame Triebwerke, sondern auch eine elektronische Kraftverteilung - für mehr Fahrdynamik und weniger Verbrauch.

Die rote Leuchtenspange am Heck zierte ehemals nur den Carrera 4S als sportliche Saugmotor-Alternative zum 911 Turbo. Dazu gab es mit breiten Backen und Allradantrieb auch noch was für Herz und Auge. Die dezenten aber alles andere als übersehbaren Charakterelemente tragen nun alle Allradmodelle des 911ers. Die optische und technische Anpassung des Porsche 911 im Modelljahr 2009 rollt gerade erst zu den Kunden, da legen die Zuffenhausener bereits die Allradler nach.

Ein Sportwagen mit Allradantrieb? Vieles spricht dafür. (© Foto: Porsche)

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Echte Sportwagenfans rümpfen die Nase, wenn sie von einem 911er mit Allradantrieb hören. Geht es auf der Rennstrecke um Lenkpräzision, Bremsverhalten und Fahrdynamik, dann hat der Hecktriebler deutliche Vorteile. Doch im Alltagsbetrieb bringt der 4x4-Antrieb kombiniert mit dem Porsche-Traction-Management deutliche Vorteile. Schön, wenn man bei Eis, Schnee oder nasser Piste 385 PS nicht nur auf zwei Rädern jonglieren muss.

Der Allradantrieb der bisherigen Generation war nichts für Kenner. Die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse zeigte sich gerade im Grenzbereich recht träge. Grund war eine Visco-Lamellenkupplung, die zwar auf rutschigem Untergrund für Sicherheit sorgte, aber fahrdynamisch nicht gerade zu den spritzigsten Technologien gehörte. Das ist bei der nun verwendeten elektronischen Momentenverteilung anders.

In maximal 100 Millisekunden entscheiden Elektronik und Zwischengetriebe, wo die Antriebskraft am sinnvollsten ansetzen soll. Das neue Allradsystem wiegt dabei gerade mal 39 Kilogramm. 16 weitere Kilo fallen durch Zubehör- und Karosserieteile, sowie den um drei Liter vergrößerten Tank an. Macht unterm Strich gerade 55 Kilogramm Mehrgewicht für die komplette 4x4-Technik.

Dass sich die elektronische Momentenverteilung prächtig auf den Raketenstart auswirkt, ist da kein Wunder: Da der Sechszylinderboxer sowieso über der Antriebsachse presst, kann ein Porsche beim Start von 0 auf Tempo 100 deutlich mehr Kraft auf die Vorderachse bringen als ein normaler Allradler. "Bei uns liegen beim Start bis zu 50 Prozent an der Vorderachse", sagt ein Porsche-Techniker, "das bringt den besten Vortrieb."

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