Nach der Blamage mit fehlerhaften Rußfiltern kann offenbar auch die von Gabriel geplante Beimischung von Biosprit im Benzin nicht umgesetzt werden. Jetzt drohen neue Verhandlungen mit der EU-Kommission - die CO2-Grenzwerte deutscher Autos betreffend.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) droht nach Pannen bei der Einführung von Rußfiltern eine neue Blamage. Die von Gabriel geplante zehnprozentige Beimischung von Biosprit im Benzin vom kommenden Jahr an kann offenbar nicht umgesetzt werden, weil deutlich mehr Autos als erwartet nicht für den Kraftstoffmix ausgelegt sind.
Biosprit-Blamage droht: Umweltminister Gabriel (© Foto: AP)
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Wie die Süddeutsche Zeitung aus Regierungskreisen erfuhr, dürften mehr als zweieinhalb Millionen ältere Modelle nicht für die Biosprit-Benzin-Mischung ausgelegt sein. Gabriel war ursprünglich nur von etwa 375.000 Fahrzeugen ausgegangen und hatte am Mittwoch gesagt, er werde die entsprechende Verordnung nicht in Kraft setzen, wenn mehr als eine Million Fahrzeuge betroffen seien. Im vergangenen Herbst war Gabriel bereits in die Kritik geraten, weil sein Ministerium zu spät auf Hinweise reagierte, dass zehntausende Autofahrer fehlerhafte Rußfilter in ihre Wagen eingebaut hatten.
Die Bundesregierung erklärte, sie halte an ihrer Strategie fest, dem herkömmlichen Kraftstoff einen immer größeren Teil an Biosprit beizumischen. Es sei allerdings denkbar, dass die Quote etwas langsamer steigen müsse als bisher geplant, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Er machte zudem die Autohersteller und den ADAC mitverantwortlich für das gegenwärtige Wirrwarr um die Biosprit-Verordnung. "Viele derer, die jetzt aufschreien, haben sich seinerzeit bei der entsprechenden Expertenanhörung nicht geäußert, auch der Verband der Autoimporteure und der ADAC nicht", sagte der Sprecher.
Die Beimischung von Biosprit gilt als wichtiger Bestandteil der Klimapolitik der Bundesregierung. Gabriel hatte bei der EU-Kommission mit Verweis auf die geplante Biosprit-Quote höhere CO2-Grenzwerte für deutsche Autos erreicht als von Brüssel geplant. Das Mitglied im Sachverständigenrat des Umweltministeriums, Martin Faulstich, sagte der SZ, er rechne nun mit neuen Verhandlungen mit Brüssel.
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Surfrider Beach in Malibu
Toll!
Erst erklärt Gabriel, dass seine Schmerzgrenze bei einer Million 'Einzelschicksalen' liegt, und dann rechnet die Deutsche Automobiliindustrie mal eben flott die Schätzung von über 350.000 Fahrzeugen auf etwa 180.000 herunter (ein Schelm, der Böses dabei denkt). Mit den ausländischen Modellen werden es dann wohl nur noch 999.000 sein.
E-10 kann kommen.
Kann es sein, daß nicht die Millionen KFZ, die den Biosprit nicht vertragen, den auf Kosten der Allgemeinheit luxus-fliegenden Gabriel veranlasst haben die Sache mit dem Biosprit zu stoppen, sondern das dann auch einige Bundeswehr Passagierflugzeuge stillgelegt werden müssen und Gabriel dann kein Flugzeug mehr hat um auf Kosten des Steuerzahlers alleine in den Urlaub nach Malle zu fliegen? Er dürfte dann sicher nur noch den Steuerzahler mit einem 1. Klasse Ticket nach Malle belasten. So etwas gehört natürlich verhindert!
Ja, mir ist durchaus bekannt, daß die Verordnung nicht für Kerosin gilt, aber es war zu schön über diese Annahme mal ein wenig nachzudenken und Gabriels "Qualitäten" noch ein wenig hervorzuheben.
Der Umweltminister müsste eigentlich inzwischen nicht mehr tragbar sein, aber anscheinend halten Parteifreunde wie Koalitionspartner immer noch an ihm fest.
Was muss der Mensch alles über diese Parteifreunde und Koalitionspartner wissen, dass sich keiner traut? Oder würden seine Alternativen noch schlimmer sein?
Wenn man schon Berater hat, die aus der Automobilindustrie bezahlt werden, dann sollte man halt auch denen nicht alles glauben. Ein Minister der erzählt, nur 375.000 Fahrzeuge wären betroffen, dem man aber über Monate hinweg sagt, dass diese Zahlen nicht richtig sind, tut gut daran, endlich zu bremsen.
Bemerkenswert ist aber doch, dass dies nicht geschieht, weil der Minister jetzt heldenhaft auf die "neuen" Fakten reagiert, sondern weil ihm mehrere Journalisten (bravo!) nachgewiesen haben, dass er ungefragt Zahlen veröffentlicht, die direkt von Lobbyisten der Autoindustrie stammen und beim allerersten Versuch der Prüfung schon als absolut falsch geoutet werden. Dann läuft er den Reportern noch davon und ist unfreundlich...
Für ein Versehen reagierte er da schon etwas befremdlich "ertappt".
Rechnet man den durch die "Bio"sprit-Produktion verursachte CO2-Erzeugung mit ein, von abgefackelten Urwäldern bis hin zum Energieaufwand für Anbau/Düngung/Ernte/Produktion, dann vermute ich stark, dass der CO2-Anteil pro Fahrzeug durch diesen völlig unökologischen Unfug höher ist, als mit reinem Benzin.
Falls also Gabriel diesen Quatsch nicht stoppen kann oder will, sollte es wieder mal die EU-Kommission tun.
Wahnsinn... da tank ich doch lieber gleich (Öko-)Strom.
Paging