Der Kleinwagen erfreut durch seine Alltagstauglichkeit
(SZ vom 12.12.1992) XN oder XR, oder vielleicht doch lieber XT? Oder wie wäre es denn mit XND oder sogar mit XTD? Verwirrt? Kein Wunder, aber das Ganze ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick aussieht. Dennoch, wer sich einen Peugeot 106 anschaffen will, der kann vom Januar 1993 an zwischen insgesamt 19 verschiedenen Modellvarianten wählen. Der kleine Bruder des 205 ist ja schon seit einem Jahr auf dem deutschen Markt zu haben, doch nur mit Benzinmotor und mit drei Türen.
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Um die Palette abzurunden, hat der französische Hersteller nunmehr 106-Modelle mit Dieselmotoren ins Programm aufgenommen und bietet viele der Fahrzeugvarianten auch mit fünf Türen an. Und diese zwei zusätzlichen Türen bringen eine erhebliche Verbesserung: Mit Schaudern erinnern wir uns an den kleinen 106, dessen Türgriffen wir diverse abgebrochene Fingernägel verdanken. Das hat sich geändert, eine normale Griffplatte gewährt unfallfreien Zutritt zum Innenraum. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Karosserievarianten nicht voneinander: Hinten haben zwei nicht allzu lange Passagiere bequem Platz, der Kofferraum ist aufgeräumt und die Rückbank in verschiedenen Modellen serienmäßig geteilt umklappbar. Die Verkaufszahlen in Deutschland entsprechen den Erwartungen: 'Mit 25 000 Zulassungen haben wir das Absatzziel für 1992 erreicht', sagte Christian Peugeot, für 1993 strebe man 32 000 Einheiten an.
Ein attraktives Fahrzeug ist der Fünftürer mit Dieselmotor, der bei ersten Fahrten einen guten Eindruck machte und der als Dreitürer für 17 990 Mark zu haben sein wird (zwei weitere Türen schlagen bei allen Modellen mit 800 Mark zu Buche). Mit 37 kW (50 PS) ist der nur 3,56 Meter lange und 860 Kilogramm schwere Wagen mit dem 1,4-Liter-Motor auch ausreichend motorisiert. Das Handling ist problemlos, Einparken stellt dank der guten Rundumsicht kein Problem dar. Das wendige Fahrzeug, für das Peugeot eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h angibt, rollt problemlos mit der auf deutschen Autobahnen gültigen Richtgeschwindigkeit dahin und ist - im fünften Gang gefahren - auch gar nicht so laut. Doch für das Kilometerfressen auf der Autobahn ist ein 106er ohnehin nicht gedacht. Am wohlsten fühlt man sich darin in der Stadt und auf der Landstraße, selbst Bergstrecken kann man locker bewältigen. Und laut Aussage von Christian Peugeot ist es geplant, für die gesamte 106-Baureihe eine Servolenkung als Option anzubieten. Der größte Pluspunkt am Diesel sind die Verbrauchswerte, die der Hersteller mit 5,1 Litern auf 100 km im Drittelmix angibt.
Bei weitem nicht so genügsam ist dagegen ein anderes neues Modell von Peugeot: der T 16, das Spitzenmodell der 405- Baureihe. Im Drittelmix soll dieses Fahrzeug mit 2,0-Liter-Motor mit 144 kW (196 PS) 9,4 Liter bleifreies Superbenzin verbrauchen, ein Wert, der sich in der Praxis vermutlich nicht halten läßt. Allerdings bietet der T 16 serienmäßig eine nahezu perfekte Ausstattung: automatisch gesteuerte Klimaanlage, Alcantara- Lederbezüge im gesamten Innenraum, Colorverglasung und einiges mehr.
Von der Karosserie her unterscheidet sich der T 16 kaum von den anderen Modellen der 405-Baureihe. Bei soviel Understatement stellt sich nur die Frage, warum man nicht auch noch auf den wirklich häßlichen Heckspoiler verzichtet hat. Aber vielleicht ist der ja notwendig, um den allradgetriebenen Wagen bei der angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h auf der Straße zu halten. Dabei ist der T 16 gar kein extrem sportliches Auto, sondern eher eine übermotorisierte Familienkutsche, die zwar sehr schnell beschleunigt, aber eher zu den behäbigen Fahrzeugen zählt. Der Preis für diese Variante, die im Frühjahr 1993 auf den Markt kommen wird, steht noch nicht fest. Das bisherige Spitzenmodell, der Mi 16 mit 112 kW (152 PS), kostet jedenfalls 42 600 Mark. Peugeot erwartet auch nicht allzuviele Käufer für den T 16 - 200 Stück möchte man pro Jahr in Deutschland verkaufen, gerade ein Prozent des gesamten 405-Absatzes.
Von Petra Rothe