Pariser Autosalon: Elektroautos Ladehemmung

Auf dem Pariser Salon werden allerlei Stromer ins Rampenlicht gerückt. Doch viele sind entweder nur mit Subventionen bezahlbar, noch gar nicht zu kaufen oder so spartanisch, dass man damit beim besten Willen nicht fahren möchte.

Carlos Ghosn ist um große Worte nie verlegen. Der Lenker der mächtigen Renault-Nissan-Allianz präsentiert auf dem Pariser Automobilsalon in einer zum Bersten gefüllten Halle höchstpersönlich die neuen Stars von Renault: den Sportwagen DeZir und die Serienversion des Stadtautos Zoe Z.E. Beide sehen futuristisch aus und fahren, wie könnte es anders sein, rein elektrisch.

"Mit einem Elektroauto haben Sie das Gefühl, die Welt zu verändern", verkündet Carlos Ghosn mit ausladenden Gesten und sieht am Horizont schon eine Art Generalamnestie: "Das Automobil kann wieder ein Fortschritt für die Gesellschaft sein." Manche Kommentatoren feiern den Pariser Autosalon gar schon als Abgesang auf den Verbrennungsmotor und als vielleicht letzte Automesse, bei der Benzin die Hauptrolle spielt.

Ein Blick unter die Haube aber wird bei den allermeisten Autos auf dem Pariser Salon ergeben, dass sie ohne Sprit so mobil sind wie ein Felsblock. Die großen Neuheiten der Messe vom Peugeot 508 über den VW Passat bis zum Citroën C4 haben bestenfalls eine Start-Stopp-Automatik an Bord und deshalb eine leistungsfähigere Batterie, doch getankt wird an der Zapfsäule.

Fast schon paradox ist die Tatsache, dass es ausgerechnet auf einer französischen Automesse kaum Neuheiten aus dem Kleinwagen-Segment zu bestaunen gibt. Stattdessen parken große Limousinen und Kombis sowie PS-starke Sportwagen im Rampenlicht.

Immerhin: Den Franzosen ist es ernst mit der Elektromobilität, ganz besonders Renault. Mitte 2011 wird das Unternehmen die Limousine Fluence Z.E. und den Transporter Kangoo Rapid Z.E. auf den Markt bringen. Der kompakte Zoe Z.E. als Konkurrent für den Nissan Leaf könnte die Stromer-Palette nach unten abrunden, ist in Paris aber nur als seriennaher Prototyp zu sehen.