Von Günther Fischer

Opel hatte sich gerade erholt - und wird von der Finanzkrise eingeholt. Der US-Mutterkonzern GM bremst die Rüsselsheimer aus. Ihre Antwort: ein Brandbrief nach Berlin.

Man konnte Opel in den letzten Jahren einiges vorwerfen - falsche Modellpolitik zum Beispiel oder unattraktive Modelle. Gerade als der Geländewagen- und SUV-Boom so richtig einsetzte, blieb der einst durchaus konkurrenzfähige Opel Frontera (bis 2003 gebaut) ohne Nachfolger. Und der erst Anfang 2007 nachgereichte Opel Antara erwies sich als weichgespültes SUV und konnte die Erwartungen nie erfüllen.

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Erst einmal kein Stopp: Die Bänder laufen wieder bei Opel. (© Foto: rtr)

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Ein Modell wie der Opel Vectra (2008 eingestellt) wiederum galt zuletzt zwar als technisch ausgereift und eminent zuverlässig, konnte aber mit seinem konservativen Design nie im VW-Passat-dominierten Markt der automobilen Mittelklasse reüssieren. Und der Opel Signum (2008 eingestellt) mit seinem aufwendig entwickelten Innenraumkonzept fuhr fast völlig am Kunden vorbei.

Zurück in die Erfolgsspur?

Dennoch hat Opel die Wende eigentlich geschafft - und steht für all jene Faktoren, die dem Mutterhaus General Motors (GM) in Detroit fehlen: qualitativ hochwertige Kleinwagen mit wenig Sprit-Verbrauch und einem vergleichsweise pfiffigen Design. Vom Kleinwagen Corsa wurden in Deutschland bis Oktober 56.141 Modelle neu zugelassen, deutlich mehr als von den konkurrierenden Modellen Peugeot 207 (38.563) und Ford Fiesta (36.087). Nur der VW Polo ist erfolgreicher.

Ähnlich sieht es bei den Kompaktwagen aus. Der Opel Astra liegt zwar abgeschlagen hinter dem VW Golf - aber deutlich vor dem Peugeot 307, dem Ford Focus und der Mercedes A-Klasse.

Im dritten Quartal 2009 kommt schon der neue Astra; zuvor startet der Vectra-Nachfolger Insignia - ein prima Auto, das leider mitten in die Krise fährt. Und als erste General-Motors-Marke wird Opel zudem von 2011 an das Elektroauto Volt anbieten - ein Hoffnungsträger des GM-Konzerns, der vom deutschen Ingenieur Frank Weber entwickelt wurde.

Selbst im Ausland klappte es zuletzt: In Russland verkaufte Opel in den ersten sieben Monaten des Jahres 62.000 Fahrzeuge - fast so viel, wie im gesamten Vorjahr. Kein Wunder also, dass GM-Europachef Carl-Peter Forster vor kurzem sogar noch einen kleinen Gewinn nach Detroit schicken konnte.

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