Neuwagenkauf: Lebenslange Garantie Opel hat nichts zu verschenken

Opels Garantieversprechen transportiert eine seltsame Botschaft: Ihr könnt unseren Autos vertrauen, weil wir ihnen selbst vertrauen.

Ein Kommentar von Thomas Fromm

Die Rechnung, die Opel aufmacht, ist auf den ersten Blick plausibel: Ein durchschnittlicher Autofahrer fährt 11.000 Kilometer im Jahr. Also wird das, was Opel "lebenslange Garantie" nennt, auf eine Fahrleistung von 160.000 Kilometer pro Auto begrenzt.

Verspricht eine Art lebenlanger Garantie, obwohl der Autobauer eigentlich nichts zu verschenken hat: Opel-Chef Nick Reilly

(Foto: ddp)

"Sorgenfreies Autofahren für rund 15 Jahre", rechnet der Hersteller vor und hofft so, seinen schwächelnden Absatz in Deutschland in den nächsten Monaten kräftig anzukurbeln. "Die lebenslange Garantie ist nur möglich auf Grund der Zuverlässigkeit unserer neuen Modelle", lobt Opel-Chef Nick Reilly sein Angebot. Die seltsame Botschaft: Ihr könnt unseren Autos vertrauen, weil wir ihnen selbst vertrauen.

Im Grunde ist es ein verbraucherfreundliches, ein traumhaftes Versprechen. Wären da nicht die vielen Einschränkungen. Wer beruflich viel unterwegs ist, hat seine 160.000 Kilometer schnell zusammen. Lebenslang? Außerdem fahren nur wenige Käufer ihr Auto bis zur bitteren Neige. Im Schnitt wird es nach vier Jahren weitergereicht. Der Käufer muss dann für die Garantie zahlen, der übernächste Besitzer erst recht.

Man muss es realistisch sehen: Der Hersteller hat nichts zu verschenken. Er ist finanziell klamm, erst vor zwei Monaten wurden Staatshilfen abgelehnt. Dafür aber hat er viel zu gewinnen: Vertrauen, Marktanteile, Image. Deswegen ist das süße Versprechen einer lebenslangen Garantie vor allem eines: eine ausgeklügelte Marketing-Strategie, mit der die Rüsselsheimer auf Kundenjagd gehen.

Die Kampagne kommt zum richtigen Zeitpunkt, denn bald stehen neue Modelle in den Verkaufsräumen. Ob sie funktioniert, ist eine ganz andere Frage. Auch die Konkurrenz bietet Garantien an.

Sie nennt sie nur nicht "lebenslang".