Neuwagen 2012 Deutsche kaufen mehr Spritschlucker

SUV im Trend: Ein BMW X1 in einer Soundtest-Kammer.

(Foto: Bloomberg)

Das teuerste Tankjahr aller Zeiten war für die Deutschen zwar Grund zum Jammern, aber kein Anlass auf spritsparende Kleinwagen umzusteigen. Große, stark motorisierte Autos sind weiterhin im Trend. 137 PS brachte der durchschnittliche Neuwagen 2012 auf die Straße - besonders eine Modellgruppe treibt den Wert in die Höhe.

Trotz eines Rekordjahres bei den Benzinpreisen ist der Trend zu immer höheren PS-Zahlen bei Neuwagen ungebrochen. Das ergab eine Untersuchung des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Im zurückliegenden Jahr lag der Durchschnittswert in Deutschland bei 137 PS und damit zwei PS höher als 2011. Mit Ausnahme des Jahrs der Abwrackprämie 2009, in dem besonders viele Kleinwagen gekauft wurden, zeige die Entwicklung seit 1995 nach oben. Damals hatte neu angeschafften Modelle im Durchschnitt 95 PS.

Hintergrund sei unter anderem, dass sich immer mehr Neuwagen-Käufer einen sportlichen Geländewagen (SUV) zulegen. Ihr Anteil liege inzwischen bei fast 16 Prozent. Der Trend werde wegen der wachsenden Beliebtheit kleinerer SUVs wie dem BMW X1 weiter anhalten. "Hohe Spritpreise sind kein Grund, auf PS zu verzichten", kommentiert CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer die Ergebnisse der Untersuchung kritisch. Viele Autofahrer würden angesichts der Benzinpreise lamentieren, aber nicht reagieren. Zwar gingen die sogenannten Normverbräuche und CO2-Einsparungen der Neuwagen aufgrund von EU-Regulierungen zurück, doch dabei handele es sich um Katalogwerte, die bei hochmotorisierten Autos "überwiegend realitätsfremd" sind, meint Dudenhöffer.

Der Durchschnittspreis für einen Liter Superbenzin der meistgetankten Sorte E5 betrug 2012 im Netz der Aral-Tankstellen 1,64 Euro, für Diesel 1,49 Euro. Damit war es das teuerste Tankjahr aller Zeiten. Die Durchschnittspreise lagen um sieben bis acht Cent höher als vor einem Jahr. Als einen Grund nennt Aral den hohen Rohölpreis.