Von Von Stefan Grundhoff

Honda setzt alles auf eine Karte: So mutig hätte den neuen Civic wohl niemand erwartet. Er macht Schluss mit dem müden Einerlei der vergangenen Jahre. Und schon jetzt kann man vorhersagen: Noch nie hat ein Honda so polarisiert.

Die Honda-Verantwortlichen haben keine Zweifel, dass das neue, futuristisch gezeichnete Design auch ein paar Stammkunden kosten wird. Dafür soll der Civic der achten Generation auf ein ordentliches Fremdgeherpotenzial kommen. Man soll sich nach ihm umdrehen, über ihn sprechen - ihm vielleicht sogar hinterherpfeifen. Und bestenfalls ihn natürlich kaufen. Apropos: In 33 Jahren wurden bislang 16 Millionen Civic-Modelle verkauft.

Keil mit leichten Rundungen. Die Motorhaube geht praktisch nahtlos in die sehr schräge Frontscheibe über. (© Foto: Honda)

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Der neue Civic steht auf der Straße wie in Pfeil, der auf einer gespannten Sehne liegt. Er wartet irgendwie nur darauf, abgeschossen zu werden. Die tiefe Front mit den schmalen Scheinwerferschlitzen lässt ein Fahrzeug vermuten, das aus einem Science-Fiction-Film stammen könnte.

Echter Hingucker

Die Motorhaube geht ohne die übliche Kante in die große Frontscheibe über. Nach hinten steigt die Seitenlinie mit der scharfen Bügelfalte an. Die hintere Tür scheint trotz des langen Radstands winzig, öffnet jedoch im satten 80-Grad-Winkel. Das Fenster ist kaum größer als ein eckiges Bullauge. Der Türgriff liegt wie beim neuen Seat Leon im Fensterrahmen versteckt. Direkt darunter der leicht ausgestellte Kotflügel mit der weit nach hinten versetzten Achse.

Auch das Heck ist eine echte Schau. Die Glasscheibe fällt zunächst sanft ab und ist durch einen kleinen Spoiler zweigeteilt. Die kantigen Rückleuchten funkeln in ähnlichem Design wie die Schlitzaugen vorn. Keine Frage: Dieser 4,25 Meter lange Honda wird für Aufsehen sorgen. Schon deshalb, weil gerade die deutsche Kompaktklasse nicht zu großen Stil-Experimenten bereit scheint - und mit ihr der Käufer.

Wildes Inneres

Das muss er beim neuen Honda-Hoffnungsträger aber sein - auch innen. Denn auch dort gibt es keine solide Hausmannskost, sondern Zukunftsmusik wie im schon legendären Spaßroadster Honda S2000.

Das Armaturenbrett ist kernig auf den Fahrer zugeschnitten. Das Cockpit ist ebenso wie die Heckklappe unterteilt. Oben gibt es Informationen über Geschwindigkeit und Drehzahlbereich, im Haupt-Display die weiteren Informationen - alles digital.

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