Neuer Hochdachkombi Dacia Dokker Dank karger Grundausstattung ist er so günstig

Der neue Dacia Dokker kostet nur 8990 Euro. Das klingt günstig, doch für den Sparpreis erhält der Kunde nur die karge Basisausstattung. Soll aber auch nur ein Hauch von Komfort oder Flexibilität an Bord, so wird der Hochdachkombi teurer - und ist trotzdem immer noch billiger als die Konkurrenz.

Von Michael Specht

Lifestyle ist auch nicht alles, nicht für jeden zumindest. Autos wie VW Caddy, Renault Kangoo, Peugeot Partner, Citroën Berlingo, Fiat Dobló und Opel Combo umgibt der kühle Charme des Pragmatischen. Nun stößt noch Dacia dazu. Dokker heißt der Neue, kommt im November in den Handel und das zu einem Preis, der seinesgleichen sucht: 8990 Euro. Ob das die Konzernmutter Renault freut? Schließlich verkauft die ihren Kangoo nicht unter 15.190 Euro. Dafür spendet das Renault-Regal dem Billig-Dacia jede Menge Technik, gefertigt wird im Niedriglohnland Marokko.

Noch in diesem Jahr wird Dacia einen weiteren Familien-Van auf den deutschen Markt bringen. Der Dacia Dokker hat fünf Sitze und viel Platz für Freizeit und Urlaub.

(Foto: HBA)

Überrascht hat uns, wie wohnlich Dacia den Dokker eingerichtet hat. Das Cockpit ist klar und funktionell gestaltet, die Kunststoffe sehen nicht nach billigem Hartplastik aus. Und dass man am Boden keinen edlen Velours findet, sondern eine Gummimatte im Laderaum, ist zu verschmerzen.

Dafür dominieren die praktischen Talente. Was den Laderaum angeht, sticht der 4,36 lange und mit 1,81 Metern recht hohe Dokker alle Konkurrenten aus. Satte 800 Liter passen hinten rein, durch Umlegen der Rücksitzbank steigt das Volumen auf umzugsfähige 3300 Liter. Sogar eine Euro-Palette soll durch die asymmetrischen Hecktüren passen.

Wenigstens ESP ist serienmäßig

In der Basisversion hat der Dokker eine seitliche Schiebetür, aber wer will schon auf eine der beiden höherwertigen Ausstattungen Ambiance oder Lauréate verzichten, wenn er sonst eine Rückbank bekommt, bei der nur die Lehne als ganzes nach unten klappt? Außerdem ist der Basis-Dokker von so wichtigen Extras ausgeschlossen wie Einparkhilfe, Multimediasystem, Klimaanlage, Zentralverriegelung oder einem höhenverstellbaren Lenkrad. Wenigstens lässt Dacia den Hochdachkombi nicht ohne ESP auf die Straße. Der Schleuderschutz ist serienmäßig.

Zur Markteinführung kann man zwischen drei Motorisierungen wählen. Der Benziner hat 1,6 Liter Hubraum und leistet 83 PS. Anfang 2013 soll ein 1,2-Liter-Turbo mit 115 PS folgen. Zu ersten Testfahrten standen lediglich die beiden bekannten Konzern-Diesel (1,5 Liter Hubraum) zur Verfügung. Sie haben 75 oder 90 PS und sollen 4,5 Liter auf 100 km verbrauchen. Die Selbstzünder arbeiten leise, sind aufwendig gedämmt, durchzugsstark und harmonieren gut mit dem Auto. Die Qualitäten des kleinen Renault-Diesels hat übrigens auch Mercedes erkannt. Die Stuttgarter bauen den Motor in ihre neue A-Klasse ein.