Von Günther Fischer

Evonik will ein gewichtiger Mitspieler im weiten Feld der Automobilindustrie werden. Wie das gehen soll, zeigt der Konzern in einem neuen Leichtbaustudio.

Manchmal kommt der Fortschritt im Automobilbau aus einer Ecke, in der man ihn nicht unbedingt vermutet hätte: Das Essener Chemieunternehmen Evonik bündelt seit einiger Zeit sein im Unternehmen verstreutes Know-how und kann Erstaunliches vorzeigen - seit kurzem in einem 200 Quadratmeter großen Leichtbau-Studio in einer ehemaligen Fabrikhalle in Darmstadt.

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Zu sehen sind: ein Rotorblatt eines Helikopters, ein Verkleidungselement einer Trägerrakete, Motorhauben aus Rohacell (ein pfiffiger Strukturschaum), Frontscheiben aus Glas neben denen aus Plexiglas - die Gewichtsunterschiede werden sofort klar.

Präsentiert wird aber auch ein Autodach, das dank eines cleveren Zusatzstoffes das Infrarotlicht der Sonne reflektiert und so verhindert, dass sich der Innenraum eines Autos über Gebühr aufheizt. Das Ergebnis: Die Klimaanlage muss weniger arbeiten - was natürlich Sprit spart und so auch den CO2-Ausstoss verringert.

Das Gute an all diesen Teilen: Es sind keine Absichtserklärungen - erste Seitenscheiben wurden bereits im Motorsport erprobt und erste Untersuchungen für die Serienanwendung bei Autoherstellern finden statt. Insgesamt könnten 50 bis 80 Kilogramm eingespart werden, wenn bei einem Auto statt Glas Scheiben aus Plexiglas verwendet würden, erklärt Rudolf Blass, Leiter des Industriesegments Automotive und Surface Design.

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