Aber auch Navigationsgeräte, die mit dem herkömmlichen TMC arbeiten, sollen von den verbesserten Daten profitieren. TMC leide unter einem Mengenproblem, sagt Bachleitner. Für TMC wird ein Dienst genutzt, der dafür sorgt, dass im Autoradio der Name des Senders angezeigt wird. Auf diesem Kanal ist nur wenig Platz für die Verkehrsinformationen, die daher in einer Schleife gesendet werden. Bis das Gebiet dran ist, in dem man gerade fährt, kann es manchmal entscheidende Minuten dauern. In Kooperation mit der ARD wird daher daran gearbeitet, das TMC-System so weit zu verbessern, dass mehr Daten schneller angeboten werden können.

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Freie Fahrt, zumindest auf der Datenautobahn, versprechen Navigationssysteme auf dem Multimediahandy. Routenführer wie Ovi von Nokia führten bisher für rund 60 Euro pro Jahr Fußgänger und Autofahrer mit Sprachansage durch Europa. Ein entsprechender Lotse von TomTom für Apples iPhone kostet knapp 80 Euro.

Doch ein Vorstoß von Google hat den lukrativen Massenmarkt vor vier Monaten aufgemischt. In den USA gibt es bereits ein kostenloses Navigationssystem für das Handy-Betriebssystem Android, das auf dem Kartendienst Google Maps basiert. Ein eigenes Google-Phone inklusive Navi hat der Suchmaschinenriese vor kurzem vorgestellt. Seitdem überschlagen sich die Ereignisse: Nokia ging vor zwei Wochen zum Gegenangriff über und stellte seine Navigation in 74 Ländern sowie 46 Sprachen kostenlos zur Verfügung. Bisher wurden die Ovi-Karten knapp zwei Millionen Mal heruntergeladen.

Datendienste per Mobilfunk sind dabei, die gesamte Branche zu verändern. Bisher waren die Routenführer auf dem Handy meist Zwillinge der mobilen Nachrüstnavis. Doch Multimediahandys können weit mehr als die Billigteile am Saugnapf: Durch Zusatzdienste aus dem Internet lassen sich die Routenführer weiter aufschlauen. Das nützt allen, die wieder mal im Stau stehen, obwohl das teure Festeinbausystem von der Verkehrsstörung noch gar nichts weiß. Lokale Echtzeitinformationen stehen nach dem Aussteigen zu den Sehenswürdigkeiten am Ort im Handy genauso zur Verfügung wie Infos zu Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und so weiter.

Bisher waren knapp 900 Millionen Autofahrer weltweit von den Segnungen des Internets ausgeschlossen. Das dürfte sich dank der kostenlosen Routenführer schneller ändern, als Hersteller wie BMW erwartet haben. Die Münchner bieten bereits seit einem guten Jahr eine langsame Internetverbindung über das Festeinbaunavigationssystem an. Andere Hersteller wie Audi mit dem neuen A8 werden nachziehen. Die Zukunft liegt im Netz, so viel ist sicher. Kostenlos wird sie aber kaum sein: Eine Flatrate für Datendienste gilt in der Regel nur im Heimatland. Im Ausland werden hohe Roamingkosten fällig.

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(sueddeutsche.de/gf)