Von Michael Kuntz

Während die Super-Anlagen boomen, kämpft die Modellbahn-Szene um Ansehen und Nachwuchs.

Die Schweiz liegt im Hafen. Kleine Züge schlängeln sich durch zwei Stockwerke des alten Hamburger Speichers. Viele sind rot lackiert wie der Fuhrpark der großen Rhätischen Eisenbahn. Die eidgenössische Berglandschaft ist der neueste Abschnitt im Hamburger Miniatur-Wunderland. Die Modellbahnanlage in der Hafencity ist die größte der Welt und eine echte touristische Attraktion. Noch vor Ende des Jahres wird der einmillionste Besucher erwartet.

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Im Reich der Sinne: Riesen-Modellbahnanlagen wie das Miniatur-Wunderland in Hamburg ziehen immer mehr Besucher an. (© Foto: Miniatur-Wunderland Hamburg)

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Es ist nicht nur die verkleinerte Wunderwelt, die lockt

Während die Modellbahn als Hobby eher aufs Abstellgleis unterwegs ist, boomen neue Großanlagen wie die in Hamburg. Gut 60 gibt es davon in Deutschland und es werden mehr. Vielleicht liegt dies daran, dass Menschen wie Gerrit und Freddy Braun wissen, wie man nicht nur sich selber, sondern auch andere fasziniert von langen Zügen, rollenden und blinkenden Autos, raumfüllenden Landschaften. Die beiden Brüder betrieben eine Diskothek und überlegten, als sie Mitte dreißig waren, etwas Neues zu machen. Es war die Zeit der Yuppies und so entstand ein Businessplan für das Wunderland. Der löste zunächst schallendes Gelächter aus bei den Bankern, die das Geld geben sollten. Die lachen heute nicht mehr, aus vielerlei Gründen.

Denn die Idee der Brüder Braun war ziemlich gut, wie sich bald nach der Eröffnung des ersten Bauabschnitts im August 2001 herausstellte. Viele Menschen sahen gern, wie Modellbahnen durch den Hauptbahnhof von Knuffingen rollen und eine Armada von Feuerwehren lautstark auf den Schlossberg ausrückt - dort ereignen sich die Großbrände regelmäßig. Später kamen Abschnitte hinzu mit Hamburger Motiven, Nordamerika und Skandinavien - samt Schiffen, die auf Wasserbecken kreuzen.

Das war nicht ungeschickt. Denn auch wer die Anlage schon gesehen hatte, musste immer wieder hin, weil es Neues gab. Und so soll es noch eine Weile weiter gehen. Zurzeit entsteht ein Flughafen. Auch en miniature besteht das Leben aus Überraschungen und es gibt viele kleine Hingucker - die "Sexy Scenes" etwa.

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