Elektromobilität Das Problem mit dem E

Strom tanken: In China, wie hier im Bild, ist das schon Alltag, in Deutschland die Ausnahme.

(Foto: Brent Lewin/Bloomberg)
  • Bis 2020 muss der CO₂-Ausstoß für Neuwagen auf 95 Gramm pro Kilometer sinken. Das können die Hersteller wohl nur schaffen, wenn sie mehr Elektroautos verkaufen.
  • An diesem Montag startet die nationale Elektromobilitätskonferenz in Berlin. Dabei geht es um die Frage, was die Politik tun kann, damit mehr E-Autos verkauft werden.
  • Die Hersteller wünschen sich Steueranreize, die Firmen ermutigen sollen, mehr Stromer in ihre Fuhrparks zu nehmen. Doch die Politik zögert.
Von Thomas Fromm

Es ist nicht gerade so, dass die Autohersteller seit Jahren davon träumen würden, irgendwann nur noch Elektroautos zu bauen. Ginge es nach den Managern, sie könnten auch ganz gut noch Jahre und Jahrzehnte mit Benzin- und Dieselmotoren ihr Geld verdienen. Das hat schließlich immer gut funktioniert.

Wären da nicht die Politiker. Zum Beispiel die Europäische Kommission, die festgelegt hat, dass der CO₂-Ausstoß für Neuwagen bis 2020 auf 95 Gramm pro Kilometer sinken muss, ansonsten könnte es drakonische Strafen geben. Wenn man das Ziel erreichen will, kann man nicht nur große Limousinen und Geländewagen bauen, da müssen auch abgasarme Kleinwagen mit in die Bilanz, um den C0₂-Schnitt zu drücken.

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Eine Million E-Autos will die Bundesregierung bis 2020 auf deutschen Straßen haben, es ist ein sehr ambitioniertes Ziel. Das Problem von E-Autos ist: Sie sind wegen der kostspieligen Batterien erheblich teurer als Autos mit Verbrennungsmotoren, und sie haben oft nur eine geringe Reichweite. Gut für den Stadtverkehr, weniger brauchbar für den Ausflug nach Mailand. Was also sollen die Politiker tun, um diese Autos den Kunden schmackhaft zu machen?

Die Hersteller wünschen sich "staatliche Kaufanreize"

Antworten werden an diesem Montag erwartet, wenn die Bundesregierung zu ihrer nationalen Elektromobilitätskonferenz nach Berlin lädt. Bis zuletzt blieb offen, ob sich die Regierung zu Sonderabschreibungen für E-Autos in Dienstflotten durchringen wird. Beim Kauf gewerblich genutzter Fahrzeuge war eine Sonderabschreibung von 50 Prozent im ersten Jahr im Gespräch. Steueranreize, die Firmen ermutigen sollen, die Stromer ins Programm zu nehmen. Doch Kanzlerin Angela Merkel und ihre Kabinettskollegen sind offenbar sehr zögerlich. Eine massive Förderung von E-Autos, die wird es wohl vorerst nicht geben. Nicht ausgeschlossen also, dass auch an diesem Montag in Berlin nichts Konkretes beschlossen wird.

Mit dem Elektroauto bis zum Gardasee

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Schon seit Langem gibt es Bemühungen, E-Autos zu fördern. Bereits im März hat der Bundesrat einen Entwurf für ein Elektromobilitätsgesetz angenommen. Halter von Elektroautos sollen, so das Ziel, Busspuren nutzen und kostenlos in Städten parken dürfen. Viel mehr war bisher aber nicht drin. "Nur wo es staatliche Kaufanreize gibt, kommt das Geschäft mit Elektroautos in Schwung", meinte Matthias Wissmann (CDU), Präsident des Automobilverbandes VDA, neulich. Da hatte er schon die Einführung einer Sonderabschreibung im Kopf - denn andere, direkte Subventionen für E-Auto-Käufer, wie sie in Frankreich oder den USA gezahlt werden, sind politisch kaum durchsetzbar.