Mobilität auf zwei Rädern Elektrofahrräder erobern Deutschlands Straßen

Der neue Trend der jungen Städter.

(Foto: dpa-tmn)

Vorbei an den Autos, die im Stau stehen: In diesen Genuss kommen viele Radfahrer. Besonders schnell ist, wer mit einem Elektrofahrrad unterwegs ist. Immer mehr Deutsche nutzen E-Bikes für den Weg zur Arbeit. Besonders Großstädter folgen dem Trend.

Die Deutschen lieben Elektrofahrräder. Die Zahl der verkauften E-Bikes hat sich innerhalb von zwei Jahren nahezu verdreifacht: knapp 1,3 Millionen Elektrofahrräder sind laut einer Erhebung des Auto Club Europa (ACE) derzeit auf deutschen Straßen unterwegs. 900.000 Elektrofahrräder sind im Zeitraum von 2010 bis 2012 verkauft worden - mehr als ein Drittel davon im vergangenen Jahr. Kein anders Verkehrsmittel habe momentan solche Zuwachsraten.

Die E-Fahrräder liegen im Trend. Sie machen einen Anteil von zehn Prozent des gesamten Fahrradmarktes aus. "Die Leute finden die interaktive Kombination aus Körperkraft und Elektrounterstützung total hip", sagt der ACE. Die Umsatzzahlen von E-Fahrrädern werden vermutlich weiter steigen. Unklar ist momentan noch, ob das Unfallrisiko mit der Zunahme von Elektrofahrrädern steigt.

Wer sind diese E-Radler? Vor einigen Jahren war der typische E-Radfahrer ein Rentner, der in seiner Freizeit einen Ausflug ins Grüne machte. Das hat sich gewandelt: Zunehmend nutzen junge Berufstätige in Großstädten die neue Mobilitätsform für ihren Weg zur Arbeit. "Heute bewegt sich eine zahlungskräftige mobile Avantgarde auf edlen E-Bikes", sagt der ACE.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland weit vorne. Jedes dritte Elektrofahrrad wird laut ACC hierzulande gekauft. Auch in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz sind E-Räder sehr beliebt. Einen Vorsprung haben allerdings unsere Nachbarländer: Die Infrastruktur von Akku-Tankstellen und Stationen zur Fahrradvermietung ist dort besser ausgebaut. Das lockt auch viele Fahrradtouristen an.

Wer über ein Elektrofahrrad nachdenkt, sollte möglicherweise auch mal mit seinem Arbeitgeber sprechen: Denn es entsteht ein finanzieller Vorteil, wenn Arbeitgeber ihren Beschäftigten Räder zur Verfügung stellen. Das Finanzamt rechnet dem Nutzer lediglich ein Prozent des Anschaffungspreises als geldwerten Vorteil an.

Pedelecs und E-Bikes

Der Großteil aller E-Fahrräder sind sogenannte Pedelecs. Der Elektromotor unterstützt den Fahrer dabei bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern. Wenn der Radfahrer schneller unterwegs ist, wird der Elektromotor abgeriegelt. Ab dann kann der Radfahrer nur noch durch seine eigene Kraft beschleunigen. Außerdem arbeitet der Motor des Pedelecs nur, wenn der Radfahrer überhaupt in die Pedalen tritt. Beim E-Bike ist das anders: Dort kann man auch ohne zu treten auf dem Sattel sitzen und der Elektromotor treibt die Räder an.

Fahrradtrends 2013 Ausflippen erlaubt

Elektrofahrräder sind der Trend der Fahhradsaison 2013. Es gibt E-Bikes zum Auseinanderbauen, zum Angeben und so schnelle Exemplare, dass man sogar ein Nummernschild benötigt. Doch auch Retro-Räder bekommen neue Impulse.

(Video: Süddeutsche.de, Foto: Stephan Rumpf)