Missglückte PR-Kampagne BMW bezahlte für Hoch "Cooper"

Es sollte eine zeitgemäße, überraschende Kampagne von BMW werden. Doch dann kam "Cooper" mit Temperaturen um minus 25 Grad nach Europa. Statt sonniger Gemüter herrscht bei dem Autokonzern nun frostige Stimmung.

Von Lena Jakat

Alle reden zur Zeit von Hoch Cooper. Von Erfrierungen, geplatzten Leitungen und gedrosselten Gaslieferungen aus Russland. Von knapp 200 Kältetoten. Das hat sich BMW wohl ein wenig anders vorgestellt. Der Automobilkonzern sicherte sich schon vor einiger Zeit die Patenschaft für das Sibirienhoch, um damit in moderner, hipper Guerilla-Taktik für seinen Mini Cooper zu werben.

Ein Hoch auf Cooper: BMW hatte sich von dem Hochdruckgebiet, das derzeit Europa mit Frost überzieht, besseres Wetter erhofft.

(Foto: screenshot: mini.de)

Zur Kampagne gehörten Werbebanner auf den Onlineseiten von Wetterdiensten, Plakate im Wetterkarten-Stil und passende Aktionen auf Facebook. Mini starte "stilecht" mit einem eigenen Hoch ins neue Jahr, ist noch immer auf der Internetseite der Automarke zu lesen. "Es heißt Cooper und sagt uns wunderbares Wetter voraus." Fast scheinen sich die Verfasser der Werbung selbst auf die Schulter zu klopfen ob der Pfiffigkeit ihrer Werbeidee und texten dort: "Das haben wir ausgeheckt!"

Und günstig war die ganze Aktion noch dazu: Wetterpate für ein Hoch zu werden, kostet gerade einmal 299 Euro. Firmennamen werden laut den Regeln des Instituts für Meteorologie an der Freien Universität Berlin, die über die korrekten Taufen aller Hoch- und Tiefdruckgebiete auf der deutschen Wetterkarte wacht, eigentlich nicht zugelassen.

Nichtsdestotrotz soll Cooper nicht das erste Werbe-Wettersystem sein: Laut Branchendienst Horizont.net soll hinter Hoch Gulliver der Online-Schuhhändler Zalando stehen, hinter Volker sich gar das Vergleichsportal Möbel-Vergleichen.de verbergen. Denn akzeptiert werden von der FU Berlin nur standesamtlich anerkannte Vornamen. So wie Cooper. Eintragen lassen hat den Namen eine Mitarbeiterin der Agentur Sassenbach, die Werbung für die BMW-Marke macht.

Diese PR-Beraterin hatte sich wohl eine andere Entwicklung für Cooper erhofft, ebenso offenbar ihre Auftraggeber bei BMW. "Natürlich tut uns das Leid", kommentierte der Konzern in einem Statement im britischen Independent die dramatischen Folgen des Sibirien-Hochs in ganz Europa. "Es war keine Absicht, man kann im Voraus nicht sagen, was ein Wettersystem machen wird." Statt der erhofften sonnigen Gemüter drohen Mini Cooper also eher frostige Reaktionen für den Werbe-Gag.

Vielleicht ist es der negativen Konnotation des Firmenhochs geschadet: Eigentlich hatte BMW auch ein Tief mit Namen Minnie (da Mini kein staatlich anerkannter Vorname ist) angekündigt. In den Listen des Meteorologischen Instituts für dieses Jahr tauchen allerdings nur Maike, Madeleine, Mina, Marianne und Marie auf. Von Minnie keine Spur. Wer weiß, vielleicht drohte ja auch eine Klage aus Entenhausen?