Beim Ampelrennen würde der Mindset den GM-Stromer trotzdem nass machen: Er beschleunigt in rund 7 Sekunden von 0 auf 100 Km/h, der Ampera soll etwa 9 Sekunden benötigen. Die geringere Leistung macht der Schweizer Stromer durch sein geringes Gewicht wieder wett. Gute 800 Kilogramm soll der in Space-Frame-Bauweise konstruierte Mindset als Serienmodell auf die Waage bringen. Der Ampera wird ungefähr 400 Kilo mehr wiegen als ein vergleichbares Auto mit konventionellem Antrieb, schätzt ein Opel-Entwickler. Damit dürfte der Rüsselsheimer Stromer ungefähr doppelt so schwer werden wie der Mindset, wobei der viertürige Ampera natürlich mehr Laderaum und vermutlich auch mehr Platz für die Fond-Passagiere haben wird als der Coupé-artige Zweitürer aus der Schweiz.

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Der Chevrolet Volt soll Ende 2010 auf den Markt kommen, der Opel Ampera nicht vor 2011. Um den Mindset bis zur Serienreife zu entwickeln, würde es von heute an 18 Monate dauern, sagt Chefingenieur Stephan Hartmann. Immerhin: Der Prototyp fährt, der Antriebsstrang ist fast fertig. In vielen Details wirkt sogar die vom ehemaligen VW-Chefdesigner Murat Günak gestaltete und beim französischen Automobilproduzenten Heuliez gefertigte Karosserie seriennah. Vom Chevrolet Volt gibt es bislang nur den altbekannten Prototypen zu bewundern, bei Opel nicht einmal das: Entwicklungschef Frank Weber konnte der versammelten Weltpresse vor einigen Wochen den Volt-Klon Ampera nur als Schnittmodell ohne Karosserie präsentieren.

Suche nach Investoren

GM hält sich mit Milliardenhilfen der US-Regierung über Wasser und sehnt das Ende der Wirtschaftskrise herbei, Mindset muss in eben dieser Krise erst einmal Investoren finden und eine Produktion aus dem Boden stampfen. "Bis jetzt haben wir uns mit eigenen Mitteln finanziert. Nun sprechen wir mit verschiedenen Gruppen, die sich für ein mögliches Investment interessieren. Dazu gehören strategische Partner - zum Beispiel aus der Stromindustrie - und Partner aus dem Finanzsektor", sagt Daniel Buchter, Geschäftsführer von Mindset und der Muttergesellschaft Spirt Avert AG.

Das Unternehmen benötige aus heutiger Sicht zwischen 180 und 220 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet etwa 120 bis 150 Millionen Euro), um eine Serie von 10.000 Fahrzeugen auf die Räder zu stellen. Mit Fördermitteln können und wollen die Mindset-Macher nicht rechnen. "Die Schweiz hat eine Eigenkapital-Kultur. Wir wollen als Investoren Überzeugungstäter ins Boot holen", sagt Buchter. Ganz schließt der Schweizer staatliche Hilfen aber nicht aus: "Sollten wir beispielsweise mit einem strategischen Partner aus Deutschland zusammen arbeiten, würden wir auch über dessen Fördermittel nachdenken", so Buchter.

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(sueddeutsche.de/Pressinform/jw)