Von Von Stefan Grundhoff

Es ist ein sehr elitärer Kreis, der sich bald über ein neues Spielzeug für die schönsten Straßen der Welt freuen kann. Mercedes hat sein schnellstes Gefährt, den SLR, als 722 Edition noch weiter gen Himmel gerückt.

Allenfalls 149 Kunden werden das Vergnügen haben, sich einen SLR 722 Edition in die eigene Großgarage stellen zu können. Mindestens einen dürfte sich Mercedes für sein Stuttgarter Museum bereits reserviert haben. Ist es schon unwahrscheinlich, einen profanen Serien-SLR auf der Straße zu sehen, so grenzt der Zufallskontakt mit einem 722er an einen Lottogewinn.

Schräger Riesenvogel: der Mercedes SLR 722 Edition (© Foto: DaimlerChrysler)

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Den würde Otto Normalverdiener auch brauchen, um sich einen 722 leisten zu können. Die normale Zielgruppe dagegen weniger: "Viele der 722er Kunden haben bereits einen normalen SLR in der Garage stehen", weiß Markenmanager Patrick Marinoff beiläufig. Es kämen dann noch einmal rund 400.000 Euro dazu - selbstverständlich zzgl. Mehrwertsteuer.

Na dann! Selbst, wer den Jackpot geknackt hat, muss sich sputen: Dieses Jahr sind alle 722 schon weg. "Die meisten Fahrzeuge sind bereits vergeben", sagt Mercedes-Sprecher Stefan Diehl.

Gefühl von Schnelle allenthalben

Jedes von ihnen ein Supersportler, der faktisch keine Grenzen kennt. Es ist nicht die Höchstgeschwindigkeit von 337 km/h oder das Beschleunigungspotenzial von Null auf Tempo 100 in 3,7 Sekunden. Nein, derartige Beschleunigungswerte bekommt man auch anderswo. Es ist das Gefühl von Formel 1, das der erlauchten Kundschaft nicht nur beim Beschleunigen, sondern bereits bei der Ausfahrt aus der Garage schier den Atem rauben mag. Carbon, Leichtbau und Alcantara, wohin das Auge auch sieht. Es ist eng. Und man fühlt sich immer schnell - egal, was der Tacho gerade anzeigt. Selbst im Stand.

Kaum ein anderes Auto schafft es besser, ein so kompromissloser Rennwagen zu sein und gleichzeitig ganz auf Nobel-Coupé zu machen. Denn wer denkt, dass man im SLR 722 Edition einen bockelharten Begleiter für ein paar flotte Runden in Monza oder Hockenheim bekommt, unterschätzt die Fähigkeiten des Mercedes-Entwicklungsteams. AMG, Mercedes und McLaren: Jeder hat die besten seiner Fähigkeiten eingebracht - und so kann man den 650 PS starken Renner auch im alltäglichen Straßenverkehr überraschend kommod bewegen.

Auf sehr neugierige und bisweilen verblüffte Blicke der Umgebung und einen kleinen Volksauflauf bei jedem Ampel- oder Tankstopp sollte man sich allerdings einstellen. Der Showeffekt ist im Basispreis inbegriffen.

Stirling und der 300 SLR

Schon vor dem Starten beginnt der Genuss - mit dem Einstieg in die Flunder. Die Tür schwingt lautlos nach oben und signalisiert ebenso wie die Rennsportsitze, dass der Fahrer nicht allzu füllig sein sollte. Die Sitze selbst könnten gerade für einen Boliden dieser Klasse enger anliegen und im Schulterbereich mehr Seitenhalt bieten. Auch die Neigung der Rückenlehne wird nicht alle Fahrer gleichermaßen begeistern. Doch man kann sicher sein: Wer 476.000 Euro bezahlt, bekommt auch einen Sitz auf den Leib geschneidert.

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