Drei Antriebe, eine Grundidee - sieht so die Zukunft aus? Die erste Ausfahrt mit dem Mercedes-Experimentalfahrzeug Blue Zero.
Rückblende ins Jahr 1993. Mercedes präsentiert auf der IAA mit dem Vision A93 den Vorläufer der A-Klasse. Der Wagen ist kurz, schmal und hoch. Er besitzt einen Sandwichboden, der für eine höhere Sitzposition und besseren Seitenaufprallschutz sorgt. Außerdem ist im doppelten Boden genug Platz für zusätzliche innovative Antriebskomponenten wie Brennstoffzelle, Batterien oder Range Extender. Doch es vergehen weitere 16 Jahre, ehe auf der Detroit Show jenes Auto debütiert, das den Grundgedanken des Vision A93 in die Serie umsetzen soll.
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Grün ist die Hoffnung: Der Blue Zero gibt nicht nur einen Vorgeschmack auf das neue Design, sondern auch auf die Antriebe der Zukunft. (© Foto: oh)
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Das Blue-Zero-Konzept hat genau genommen sogar zwei verschiedene Aufgaben. Zum einen bereitet es die Kunden auf die bionische Formensprache der nächsten A-/B-Klasse vor und zum anderen verwirklicht es das Potential eines kompakten Elektrofahrzeugs auf Basis der aktuellen B-Klasse, die speziell für dieses Projekt in kleinen Stückzahlen weitergebaut wird. Von der E-Cell-Variante will Mercedes von Mitte 2010 an im Leasing-Verfahren maximal 1000 Einheiten absetzen.
Blue Zero wird es in drei Ausführungen geben: als E-Cell mit Elektro-Antrieb, als F-Cell mit Brennstoffzelle (Einsatz Herbst 2009) und als E-Cell Plus mit Range Extender (Vorstellung IAA im September). Alle Varianten verwenden den gleichen elektromotorischen Triebkopf. Er wird entweder von Batterien gespeist oder von der Personalunion aus Batterien und mit Wasserstoff betriebener Brennstoffzelle oder in Kombination mit einem dreizylindrigen Range Extender.
Die maximale Reichweite des E-Cell beträgt 200 Kilometer, die F-Cell-Ausführung muss erst nach 400 km an die Steckdose und der E-Cell Plus kommt sogar 600 km weit - davon allerdings nur 100 km im reinen E-Betrieb.
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"4,5 Liter auf 100 Kilometer bescheidet und nur 32g/km CO2 emittiert."
muss ja einen enormen kohlenmonoxidausstoß haben...
oder jemand hat ne 1 vergessen.
Der Antrieb mit Rangeextender scheint mir schon mal für Ottonormalverbraucher die richtige Kiste für das normale Alltagsgeschehen mit den Anforderungen einer normalen Familie zu sein. Lediglich die Sache mit der Stromaufladung ist für in Innenstädten Lebenden sicher keine (noch) gute Sache. Es fehlt da einfach an der nötigen Infrastruktur.
Was MB leider noch immer nicht auf dem Ticker hat, ist die Wandlung der Karosserie hin zu einem analog wirksamen Konzept zum Antrieb. Immer noch die gleiche schwere Blechkarosserie aus verknicktem Blech, egal ob mit oder ohne Doppelboden. Man kann ja verstehen, dass die derzeitigen Verarbeitungslinien maximal praktikabel sind. Was man allerdings schon sehen kann ist, dass dies Karosserieform einerseits viel zu schwer ist, andererseits auch nicht wirklich sicher. Spaceframetechnologie, also Rohrsysteme aus Profilen und Verbindern, mit Außenbeplankung aus recyklierbarem Plastik wäre deutlich besser. Eigentlich olle Kamellen, aber die Autohersteller bewegen sich nicht. Genauso wie beim Antrieb geht es in kleinsten Schritten vorwärts, während anderorts bereits fleißig neue Konzepte zusammen geschraubt werden.
Und beim Design hapert es für meine Begriffe bei dem Teil auch noch mächtig. Selbst auf den albernen Kühlergrill, der jetzt absolut keine Existenzberechtigung mehr hat, konnten die Designer (oder doch eher das Marketing) nicht verzichten, obwohl er funktionslos zugepappt ist. Zu einem neuen, schwungvollen Konzept, das auch die neue Ära widerspiegelt, hats nicht gereicht. Dafür mächtig Verknicktes, im üblichen MB-Detailramsch aus einem Sammelsurium von mehr oder minder unzusammenhängenden Designelementen. So sieht wohl die Zukunft im Karosseriebau nicht wirklich aus.