Mercedes CLS Shooting Brake Gleiten statt rasen

Die Form des Mercedes CLS Shooting Brake ist spektakulär. Das Kombi-Coupé ist ein komfortabler Gleiter ohne sportliche Ambitionen aber mit viel Platz. Mehr Leistung ist möglich, aber nur zu sehr hohen Preisen. Eine Ausfahrt.

Shooting Brakes waren früher Fuhrwerke, mit denen in England widerspenstige Pferde gezähmt wurden. Später nutzen dann die Landadligen das Gefährt für die Jagd. Dafür ist der CLS Shooting Brake von Mercedes ungeeignet. Das Fahrzeug taugt von außen eher zum Protzen und vom Gefühl im Innenraum her eher zum gemütlichen Gleiten.

Waren Shooting Brakes einst leichte Fuhrwerke mit Platz für die Jagdausrüstung, liefert der Stuttgarter Hersteller nun eine ungewohnte Mischung: einen coupehaften Fünftürer mit Platz nicht nur für das Jagdgewehr.

(Foto: dapd)

Angeben funktioniert auf jeden Fall: Das Heck des CLS Shooting Brake ist sehr lang geraten (4,95 Meter) und die abfallende Form erinnert an ein Wespen-Hinterteil. Sportliches Fahren ist nicht die Stärke des des CLS-Shooting-Brakes. Sein Charakter eines entspannten Gleiters kommt eher der gesetzten Kundschaft entgegen. Die Motoren sind so gut gedämpft, dass man sie nur bei hohen Drehzahlen hören kann. Der Komfort ist dank der serienmäßigen Luftfederung der Hinterachse sehr hoch. Der lange Radstand von 2,87 Metern ermöglicht viel Beinfreiheit im Fond.

Überhaupt ist das Raumgefühl großzügig. Der Effekt wird durch die rahmenlosen Fenster erhöht: Sie sorgen für eine gute Rundumsicht und sehen dabei schick aus. Wer es ganz edel haben will, lässt sich den Boden des Kofferraums mit amerikanischem Kirschbaumholz in Yacht-Optik beplanken. Der Einbau kostet 4700,50 Euro. Das sieht edel aus, doch der Kofferraum wird dadurch auch nicht größer. Maximal 1550 Liter Ladefläche stehen zur Verfügung. Das klingt großzügig, allerdings schränkt die schräge Heckscheibe den Nutzwert ein.

204 Diesel-PS reichen zum Gleiten völlig aus

Der Basisdiesel mit 204 PS genügt völlig zum Dahingleiten. Sehr kräftig wirkt der Selbstzünder trotz eines Drehmoments von 500 Newtonmetern nicht aus. 1,8 Tonnen Leergewicht ist eine hohe Last, das spürt der Fahrer. Mehr Druck produziert der 3,5-Liter-Diesel mit 306 PS. Den gibt es optional auch mit Allradantrieb, genauso wie den 500 CLS Shooting Brake mit 408-PS-Benzin-PS. Wem das nicht genügt, der muss zur traditionell potenten AMG-Version greifen. Die Mercedes-Haustuner entlocken dem Shooting Brake 525 PS. Schnell entschlossene Sportfahrer können zur limitierten "Edition 1" greifen. Sie bietet noch einmal 32 PS mehr. Das ist gefährlich im Straßenverkehr: Die Geschwindigkeit erreicht den völlig isolierten Fahrer kaum und die souveräne Leistungsentfaltung des V8-Bi-Turbomotors verleitet zum schnellen Fahren - deutlich schneller, als es die Straßenverkehrsordnung zulässt..

Der Spaß hat Mercedes-typisch seinen Preis: Die Schwaben verlangen 117.512,50 Euro für den AMG und noch zusätzlich 11.126,50 Euro Aufpreis für das "Edition-1-Paket". Dagegen klingen die 61.761 Euro für Basisdiesel 250 CDI fast schon bescheiden. Serienmäßig sind unter anderem eine automatische Klimaanlage, ein Bremsassistent, der bei Notbremsungen den Bremsdruck erhöht und die automatisch öffnende Heckklappe. Viele andere Ausstattungsdetails sind aufpreispflichtig - und sündhaft teuer. Auch das ist typisch Mercedes.