Markenpokale für Serienmotorräder Hobby-Piloten geben Vollgas

Mit Vollgas ins Getümmel: Dichte Starterfelder und seriennahe Technik garantieren im Cup-Sport beste Unterhaltung.

Leistbar, unkompliziert und vergleichsweise risikoarm: Markencups für Freizeit-Rennfahrer auf Serienmotorrädern werden immer beliebter. Doch die Cup-Läufe sind mehr als geruhsame Kaffeefahrten.

Von Thilo Kozik

Motorräder werden immer stärker, schneller und leichter. Gleichzeitig gibt es immer weniger Möglichkeiten, ihr Potenzial auszukosten. Im öffentlichen Straßenverkehr sind im Handumdrehen die Grenzen des Zulässigen überschritten, ganz abgese-hen davon, dass mit der Geschwindigkeit auch das Risiko überproportional wächst. Als Alternative bieten sich Markenpokale an, bei denen mit fast identischen, serienmäßigen Motorrädern auf Rennstrecken um Punkte und Pokale gefahren wird. Mit Erfolg: Die Hobby-Piloten sorgen für volle Starterfelder in allen Markencups, und das Angebot wird immer größer.

Die Beliebtheit hat vor allem zwei Gründe: Zum einen bieten die Cups ambitionierten Motorradfahrern eine Spielwiese, auf der sie ihrem Hobby vergleichsweise risikoarm nachgehen können. Auf den Rennstrecken gibt's keinen Gegenverkehr, im Zweifelsfall genügend Sturzraum und wenn alles schiefgeht, ist der Arzt nicht weit. Zum anderen ist es der einfache und bezahlbare Zugang: technische Modifikationen sind streng limitiert, teures Motortuning ist in der Regel strikt untersagt. Neben dem Basismotorrad sind lediglich die Startgebühren von 1500 bis rund 2500 Euro für eine ganze Saison mit fünf bis sieben Rennveranstaltungen und die Kosten für kleinere Umbauten einzukalkulieren. Manche Veranstalter haben auch ganze Pakete geschnürt, bei denen man die benötigte Ausrüstung und sogar das ganze Motorrad gleich mit ordern kann.

Prickelnde Rennverläufe mit zahlreichen Führungswechseln

Theoretisch könnte man bei manchen Rennserien mit dem Motorrad vorfahren, Kennzeichen, Blinker und Scheinwerfer abmontieren und ab geht's auf die Piste. Doch Vorsicht: Wer daraus ableitet, die Cup-Läufe seien geruhsame Kaffeefahrten, wird schnell eines Besseren belehrt. Die extreme Chancengleichheit sorgt für prickelnde Rennverläufe mit zahlreichen Führungswechseln, vielen engen Manövern beim Anbremsen und Herausbeschleunigen.

Abgesehen vom anspruchsvollen Yamaha R6-Dunlop-Cup ist das fahrerische Niveau breit gestreut. Vom Einsteiger, der erste Rennluft schnuppern möchte, bis zum alten Hasen, der die Belastung einer regulären Meisterschaft scheut, reicht die Bandbreite. Dazwischen finden sich jede Menge Leute, die auf der Rennstrecke einfach ihren Spaß haben wollen und Abwechslung vom reglementierten Alltag suchen.