Der Wettbewerb wird härter, Premium braucht Partner: vier Thesen zur Zukunft der deutschen Edelhersteller.
Der Fußballer Berti Vogts formulierte: "Die Breite an der Spitze ist dichter geworden". So richtig versteht das zwar niemand, aber es klingt interessant und die hohe Dynamik des Spiels auf dem grünen Rasen kommt durchaus rüber. So gesehen hätte der Kicker Vogts auch von der Automobilindustrie reden können, wo seit dem Ausbruch der ersten weltweiten Absatzkrise alles in Bewegung ist und nur noch wenig von dem gilt, was vorher Gesetz war.
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Premium muss mehr sein als die Summe von Teilen plus apartem Desgin. (© Foto: dpa)
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Größer, schneller, teurer - nach diesem Motto konnten Autohersteller an neuen Modellen Jahrzehnte lang gutes Geld verdienen. Je voluminöser die Autos, umso üppiger der Gewinn. So lautete die Faustformel einer Industrie, die nur eines kannte: Wachstum. Nun ist alles anders. Erst kam die Hypothekenkrise in den USA. Dann wuchs sich das amerikanische Immobilien-Desaster zu einer veritablen Finanzkrise aus; erstmals brach überall die Nachfrage nach Autos auf allen wichtigen Märkten gleichzeitig zusammen. Das war neu.
Nun gibt es trotz Kurzarbeit erste Hoffnung, jedenfalls bei den beiden bayerischen Herstellern. Mit neuen Modellen wollen sie aus der Krise fahren und von Beginn an bei einem Aufschwung dabei sein, von dem nur leider niemand genau sagen kann, wann er kommt. Vieles ist ungewiss, doch eines ist sicher: Wer weitermacht wie bisher, der wird verlieren. Dies gilt gerade für die Avantgarde unter den Autokonzernen, die Produzenten luxuriöser Premiummodelle. Vier Thesen zur Zukunft der Edelhersteller:
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- Opel Insignia 2.0 Turbo 4x4 Das Auto gegen die Krise 10.03.2009
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- IAA 2009: BMW X6 und 7er Hybrid Gutes Gewissen kostet 14.08.2009
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Und wieder die Mär, dass die grossen drei gescheitert wären, weil sie "Benzinsäufer" angeboten hätten. Natürlich war der eine oder andere Saurier in der Modelpalette enthalten. Aber der Grossteil der Flotte bestand eben *nicht* aus spritsaufenden Monstern, sondern durchaus brauchbaren Arbeitspferden. Was nicht stimmte, war die Qualität im Allgemeinen, die - bekanntlich - bei den Asiaten fast immer OK ist. Porsch verkauft übrigens spritsaufende Monster äusserst erfolgreich, Mister Analyst.
Der US-Flottenverbrauch unterscheidet sich nicht signifikant von den deutschen. Das Problem heisst: Qualität. Und die Qualität ist insgesamt mies, weil durch konsequente Umsetzung der BWLer-Strategie schlussendlich einfach kein Geld mehr für Qualität übrig war, das musste ja schliesslich alles für Marketing, Shareholder und Manager ausgegeben werden. GM hat ja auch z.B. Opel kaputtgespart. Über Ford Deutschland reden wir lieber gar nicht erst. Ist das eigentlich zu hoch für Journalisten?
DW