Bis heute weitgehend unerklärlich ist der Verlust des Airbus A330 der Air France am Pfingstmontag, der auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris in den Atlantik stürzte. Alle 228 Menschen an Bord starben, nur wenige Wrackteile und Opfer konnten geborgen werden.

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Da die Luftfahrt aus solchen Katastrophen zwingend Schlüsse ziehen muss, startet im Februar für zehn Millionen Euro eine erneute Suchaktion auf dem Meeresgrund. Zumindest der Flugschreiber soll dabei gefunden werden. Nur vier Wochen später stürzte im Juni noch ein Airbus ins Meer, diesmal eine A310 der Yemenia beim nächtlichen Schlechtwetteranflug auf die Komoren. Ein 14-jähriges Mädchen überlebte als einzige, die anderen 152 Menschen an Bord starben. Obwohl die Datenschreiber seit längerem in Frankreich zur Analyse sind, wurden bis heute keine Unfallursachen bekannt.

Die dritte Katastrophe im Sommer 2009 betraf den Iran, eine Tupolew Tu-154M der Caspian Airlines stürzte kurz nach dem Start nahe Kaswin ab, alle 168 Insassen starben. Der Pilot hatte zuvor technische Probleme gemeldet. Im Iran gab es 2009 noch zwei weitere Unfälle mit zusammen 21 Toten, die iranische Luftfahrt leidet vor allem unter dem Embargo der USA, das westlichen Firmen Flugzeuglieferungen verbietet. Daher ist die iranische Flugzeugflotte mit durchschnittlich 22,5 Jahren stark veraltet, in der EU liegt der Durchschnitt bei rund zehn Jahren.

Insgesamt beklagen Experten, dass der Luftverkehr nicht mehr sicherer wird. "Seit den Wright-Brüdern bis 2003 hat sich die Sicherheit von Passagierflügen stets verbessert", sagt David Learmount vom Fachblatt Flight International. "Auch 2009 haben Piloten häufig in Situationen versagt, die sie hätten meistern müssen", so Learmount, "das lässt sich nur durch Training verbessern, aber das wird in der derzeitigen Finanzlage nicht passieren."

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(SZ vom 11.1.2010/gf)