Lifestyle-Kleinwagen im Fahrbericht Mini-Gegner macht sich noch schicker

Jetzt ohne Citroën im Namen: Der DS3, hier als Cabrio, wurde im Detail verfeinert. Die Preise beginnen bei knapp 16 000 Euro.

(Foto: Citroën)

Der DS 3, der bisher Citroën hieß, wurde überarbeitet. Die neuen Motoren machen Spaß, aber das Cabrio nervt mit einigen Tücken.

Test von Michael Specht

"Was die können, können wir auch", sagte man sich vor mehr als sechs Jahren bei Citroën. Mit "die" war hauptsächlich Mini gemeint und deren Mutter BMW. Also brachten die Franzosen 2010 zunächst den DS 3 auf den Markt, einen Kompaktwagen der Viermeterklasse, bei dem die Kunden wie beim Mini aus einer nahezu unbegrenzten Auswahl an Individualisierung schöpfen können. Die Strategie ging auf. Bis heute fand der DS 3 knapp 400 000 Käufer, hauptsächlich in Europa und China. Das Cabrio, das Anfang 2013 auf den Markt kam, ist da allerdings schon eingerechnet.

Voriges Jahr trat DS erstmals als eigene Marke auf, deshalb fehlt jetzt auch das Citroën im Markennamen. Mit der Namensänderung erhält der DS 3 nun vor allem eine neue Front. Die Chromeinfassungen des Grills laufen flügelartig bis unter die Scheinwerfer weiter. Zudem trägt der Kühler nicht mehr den traditionellen Doppelwinkel, sondern das neue Markenemblem, ein stilisiertes DS.

Der Dreizylinder-Turbo passt gut zum DS 3

Neu im Angebot sind auch zwei weitere Motoren. Der Wichtigere von beiden ist klar der kleine Dreizylinder, genannt Pure-Tech 130, der schon für den Citroën C 4 und die Peugeot-Modelle 308 und 2008 zu haben ist. Der Turbobenziner mit 130 PS löst den alten 1,6-Liter-Sauger mit 120 PS ab, dreht schnurrig, mit leicht rauem Unterton hoch und hängt quirlig am Gas. Mehr Vergnügen liefert jedoch das Drehmoment. Die maximal 230 Nm liegen schon bei 1750 Umdrehungen pro Minute an, also exakt in dem Bereich, den man ständig im Stadt- und Feierabendverkehr nutzt.

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Damit lässt sich der DS 3 schaltfaul und souverän bewegen. Und recht sparsam. Zwar ist der Normwert von 4,5 Litern graue Theorie, doch mit sechs Litern sollte man auskommen. Es sei denn, man liebt Vollgas auf der Autobahn. Dort ist man mit dem bis zu 230 km/h schnellen Topmodell DS 3 Performance, dem THP 208 gut unterwegs: Der 1,6-Liter-Vierzylinder leistet 208 PS und 300 Newtonmeter und die Optik ist entsprechend: tiefer gelegte Karosserie, breitere Spur, größere Leichtmetallfelgen, dicker Auspuff.

Das DS 3 Cabrio ist unpraktisch

Offen gibt es den DS 3 auch. Gut zehn Prozent werden als Rolldach-Cabrio verkauft, bei dem die Türrahmen, Dachholme und Seitenwand stehen bleiben. Ärgerlich: Das gefaltete Verdeck versperrt die Sicht nach hinten komplett. Auch der Kofferraum ist mit 245 Litern eher dürftig, die kleine Heckklappe gibt nur eine knapp 30 Zentimeter hohe Öffnung frei. Getränkekisten müssen draußen bleiben. Dafür bieten alle DS 3-Versionen den neuesten Stand an Konnektivität. Mit Mirror Screen lassen sich iPhones über Apple CarPlay oder Android-Handys über Mirror Link ans Auto koppeln und dann über den Sieben-Zoll-Touchscreen steuern.

Zum Markstart im März startet der DS 3 als Basisbenziner mit 82 PS für 15 890 Euro. Der Pure-Tech 130 kostet dann aber schon 20 490 Euro.

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