Wir glaubten schon nicht mehr an die Wiedergeburt des Delta, dann stand er plötzlich da, dieser italienische Maßanzug auf vier Rädern. Wenn nur die kleinen Webfehler nicht wären.
Stuss und Genuss Kleider machen Leute. Dass das längst mehr ist als nur ein Sprichwort oder eine leere Worthülse, macht der neue Delta sofort klar. Denn: Stilsicherheit schärft die Sinne. Man fühlt sich einfach als besserer Mensch, wenn man sich in und mit seinem Auto gut gekleidet fühlt. Da ertappt man sich sogar dabei, wie man die eigene Wirbelsäule durchdrückt, nur um mit geradem Rücken aus diesem Gefährt zu steigen.
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Front mit Wappengrill und Knutschmund - das können wohl nur Italiener. (© Foto: Lancia)
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Schön ist der Delta jedenfalls, schön anders. Seine mutigen Linien zeichnen ein ganz eigenständiges Design, jenseits aller Moden und Retrolooks. Mit Erfolg: Besser als der Delta kann man sich von der ganzen Kompaktwagen-Meute einfach nicht absetzen. Das ist eine Leistung, die es in sich hat - immerhin steht er auf der Plattform eines Kompaktwagens, der des Fiat Bravo. Allerdings ist er mit 4,5 Metern satte 18 Zentimeter länger - was den Delta fast schon in Richtung Kombi-Limousine streckt.
Saft und Kraft Wir fuhren den 88 kW/120-PS-Diesel - was den Delta ausreichend motorisiert. Mit 7,1 Litern Durchschnittsverbrauch erwies er sich zwar nicht als der sparsamste - allerdings haben wir den Verdacht, dass es tatsächlich mit weniger geht. Allein der Gedanke an die große Rallye-Vergangenheit dieses Modells verführte schon dazu, das Gaspedal manchmal etwas stärker zu drücken.
Allerdings: Mit diesem uneigentlichen Gefühl am Gas und der indifferenten, weil sehr variablen Lenkung (sehr leichtgängig beim Langsamfahren, straff bei höherem Tempo) hätte eine forschere Gangart auch wenig Sinn. Der Grund dafür: Delta bringt das sogenannte "Active Handling System" mit, das das ESP, den Berganfahrassisten und die Lenkung miteinander verknüpft - bis hin zum kleinen, aber aktiven Lenkeingriff in kritischen Situationen. Das irritiert manchmal ein bisschen. Ansonsten: ein feines Fahrgefühl.
Etwas Wehmut löst allein der Gedanke aus, dass - so nobel, wie sich der neue Delta gibt - etwaige Rallye-Sport-Ambitionen eigentlich nicht mehr denkbar sind. Aber dafür hat der italienische Fiat-Konzern jetzt ohnehin die wiedergeborene Abarth-Abteilung.
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Sorgerechtsverfahren in der Kritik
Offenbar kann Ihr Autor einen Diesel nicht von einem Benziner unterscheiden. Beim 1.4 T-Jet-Aggregat handelt es sich eben nicht, wie im Text beschrieben, um den kleinsten Diesel im Programm, sondern um den kleinsten Benziner. Lancia gibt den 1.4-T-Jet mit 6,6 Liter Durchschnittsverbauch an, ein halber Liter mehr ist vielleicht der Fahrweise des Autoren geschuldet. Ich fahre zwar keinen Lancia, aber Ungenauigkeiten wie diese führen dazu, dass solche Marken in hiesigen Breiten auch kein Land gewinnen.