Der Motorradhersteller KTM will mit dem X-Bow das Autofahren neu definieren und lässt für viel Geld Überflüssiges weg.
Gewöhnlich brüsten sich die Autohersteller damit, wie viele Komfort-Extras und elektronische Spielereien ihre jeweils neuesten Modelle besitzen. Je mehr, desto besser. Bei KTM ist es genau umgekehrt. Beim neuen X-Bow (sprich: Cross-Bow) ist man stolz darauf, was alles nicht an Bord ist. Dieser Kreuzung aus offenem Rennwagen und futuristischem Batmobil fehlen nicht nur Scheiben, Türen, Fenster und Dach, sondern auch Klimaanlage, Radio, Servolenkung und Bremskraftverstärker. Selbst von elektronischen Regelungen wie ABS und dem Schleuderschutz ESP, woanders längst eine Selbstverständlichkeit, will Österreichs neuer und einziger Automobilbauer nichts wissen. Auch Airbags sucht man vergeblich.
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Was vom Auto übrigblieb: Der X-Bow von KTM tritt den Beweis an, was zum Fahren unbedingt nötig ist. Luft gibt's genug. (© Foto: KTM)
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Der Verzicht auf alles, was zum Fahren nicht unbedingt nötig ist
Glaubt man den Erklärungen von KTM, halten die Kunden genau diese Philosophie für die einzig richtige. Motto: weg von dem üblichen, gefilterten Fahrerlebnis gängiger Sportwagen, hin zu puristischem Fahrspaß. Für nichts anderes wurde der X-Bow konzipiert. "Die Leute lechzen förmlich danach", sagt Vorstands-Chef Werner Wilhelm, "wir wollen mit dem X-Bow nicht ein bisschen anders sein, wir wollen radikal anders sein."
Und dazu zählt eben außer einer aggressiven Optik auch der Verzicht auf alles, was nicht unmittelbar zum Fahren notwendig ist. 300 dieser Extrem-Roadster hat KTM schon verkauft, ohne dass der Kunde auch nur einmal drin gesessen hat. Der Preis für den Cross-Bow (übersetzt: Armbrust) beginnt bei 54.562 Euro. Auch die auf 100 Stück limitierte Sonderserie Dallara für über 70.000 Euro ist restlos ausverkauft.
Dafür gibt es dann Renntechnik vom Feinsten und konsequenten Leichtbau. Allein die obenliegenden, vorderen Federbeine und die filigranen Dreieckslenker weisen darauf hin, dass hier Profis am Werk sind, die ihr Gewerbe verstehen. Gleiches gilt für die Fahrgastzelle. Das Rückgrat des nur 3,74 Meter kurzen Cross-Bow bildet ein Carbonfaser-Monocoque, durch das der KTM-Roadster eine rund dreimal so hohe Steifigkeit erhält wie normale Cabrios. Integriert in diese Sicherheitsbox wurden zwei feste Sitzschalen. Vier-Punkt-Gurte halten die Oberkörper der Insassen stramm in Position. Im Gegenzug lassen sich dafür Pedalerie und das abnehmbare Lenkrad individuell verstellen.
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Spiel gegen Düsseldorf wird nicht wiederholt
Wieso sollten Handkurbeln für die Fensterscheiben wiederkommen?
Die Zeit verändert sich nun einmal, wäre ja auch schlimm wenn die Entwicklung stehen bliebe.
Nix gegen Sicherheit - ABS und ESP sind sinnvoll und wiegen auch nicht viel! Aber ich bin 30 Jahre ohne Abstandswarner, Rückfahrkamera, zwanzig Airbags, elektrischer Sitzverstellung, etc. ausgekommen - und das wird auch die nächsten 30 Jahre so sein!
Ich freue mich schon auf die Zeiten, wenn man wieder die Fensterscheiben mit einer Handkurbel bedienen kann. Die werden sicher wieder kommen - ich trage auch keine Quarzuhr mehr!
Zugegeben ein interessantes Konzept. Trotzdem frage ich mich, bei all dem Leichtbau und HighTech Materialien dieses Gefährt immernoch 790 Kilo wiegt, was bedeutet, dass mein britischer Low-Tech Roadster aus den 60ern mit Stahlrahmen, Blechkarosserie und Graugussmotor (und Verdeck!!!) immernoch 10 Kilo leichter ist?