Kraftstoff im Kältetest Schlechte Noten für Diesel

Im Winter wird üblicher Diesel zum Winterdiesel: Von November bis Februar muss Diesel bis zu einer Kälte von minus 20 Grad funktionieren. Tut er aber nicht immer. Der ADAC hat Winterdiesel deshalb unter die Lupe genommen.

Der Winterdiesel soll seinen Dienst bis zu einer Temperatur von minus 20 Grad anstandslos verrichten. Das versprechen die Tankstellenbetreiber. Mehr noch: Der Gesetzgeber schreibt das von den Mineralölkonzernen sogar vor.

Das heißt: Der Kraftstofffilter darf nicht durch ein Ausflocken des Kraftstoffs, das sogenannte "Versulzen", verstopfen. Dennoch sind im vergangenen Jahr viele Diesel-Fahrzeuge liegen geblieben.

Die Ergebnisse: Winterdiesel im ADAC-Test.

(Foto: ADAC)

Daher hat der ADAC jetzt einen Test mit Winterdieseln von Shell, Aral, Total und Agip durchgeführt. Die von den Mineralölgesellschaften angegebenen Werte bezüglich der Kältetauglichkeit sind dabei im Praxistest teilweise stark abgewichen. Die Gründe dafür, dass die Winterdiesel bei den angegebenen Temperaturen nicht fließfähig blieben, resultiere aus praxisfernen Tests der Kraftstoffe im Labor und zum Teil schwachen Filterheizungen der Autos, so der ADAC.

Alle getesteten Kraftstoffe erfüllen laut Laboranalyse die Anforderung einer Kältetauglichkeit bis -20 Grad ohne Mühe. Shell verspricht aber einen problemlosen Betrieb bis -23 Grad, Aral bis -26 Grad, Agip bis -26 Grad und Total gar bis -31 Grad. Der österreichische Mineralölkonzern ÖMV hatte im Winter 2010/2011 mit einem sogenannten "Winter Diesel" für Verwirrung gesorgt. ÖMV hatte für den Treibstoff eine noch höhere Kälteresistenz versprochen - dafür aber zehn Cent Aufpreis pro Liter verlangt. Getestet hat der Verkehrsclub nun allerdings handelsüblichen Diesel.

Die Produkte halten ihre Versprechen nicht

Im Praxistest mit einem Opel Insignia haben die Winterdiesel von Total und Aral schon bei -19 Grad nicht mehr funktioniert, die Produkte von Shell und Agip haben bis -22 Grad durchgehalten.

Die Abweichungen sind also zum Teil beträchtlich. Der ADAC fordert darum ein neues Messverfahren, das die Werte genauer ermittelt. Die Temperatur, bis zu der Winterdiesel einsatzfähig ist, hängt aber auch beträchtlich vom verwendeten Fahrzeug, beziehungsweise von dessen Filterheizung ab. So haben die Tester den Shell-Kraftstoff auch in einem VW Golf getestet. Hier hat der Winterdiesel bis -28 Grad durchgehalten.