Von Von Sebastian Viehmann

Er war der größte Glücksgriff, den VW je gemacht hat - abgesehen vom Käfer. Der Golf als Namensgeber einer ganzen Fahrzeugklasse hat viele Höhen und bis jetzt noch keine echten Tiefen durchlebt. Warum eigentlich?

Können Sie sich noch an Ihr erstes Auto erinnern? Meines war Baujahr 1988, hatte 55 PS, vier Gänge, fünf Türen und weder ABS noch Servolenkung. "Schnecki" nannten wir das Auto in unserer Familie, weil sein Motor so spritzig war wie ein Kommunalbeamter am Montagmorgen. Aber Schnecki hatte viel Platz, machte alles mit und ließ uns (fast) nie im Stich. Und er war - erraten - ein Golf.

VW Golf

Das waren noch Armaturenbretter: simpel, logisch, ohne überflüssiegen Zierrat. (© Foto: Pressinform)

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"Der neue Volkssport: Golf" titelte 1974 die VW-Werbeabteilung

Als der Ur-Golf 1974 in Wolfsburg vom Fließband rollte, war er ein echtes Wagnis: Er brach mit der Tradition des wassergekühlten Heckmotors. Beim Design hatte VW durch den K70 zwar schon angedroht, dass dem Käfer- und Nasenbär-Volk eckige Zeiten bevorstanden. Aber die von Giorgio Giugiaro modellierte Hülle war dann doch moderner, als sich viele vorgestellt hatten. "Der neue Volkssport: Golf" titelte die VW-Werbeabteilung. Und nahm damit die Zukunft der kleinen Kante schon vorweg, obwohl das Auto am Anfang mit etlichen Kinderkrankheiten zu kämpfen hatte.

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