Saab wird 60, und der berühmte Saab Turbo zählt auch schon 30 Lenze. Als Geburtstagsgruß sind wir das Original gefahren. Presst der Ur-Turbo uns heute noch in die Sitze?
Mal ehrlich: Wenn Sie jemand bitten würde, die zehn schönsten Autos aller Zeiten aufzuzählen - wäre ein Saab dabei? Wohl kaum. Der Charme der nordischen Marke war schon immer ein eher spröder.
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Der Ladedruckanzeiger des Turbo prangt unübersehbar auf dem Armaturenbrett links neben dem Lenkrad. (© Foto: Pressinform)
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Die härtesten Klopper mutete uns Saab in den achtziger Jahren zu. Völlig unbeleckt von Design-Trends und Schönheitsidealen, trieben die Schweden ihre nordischen Kombinationen aus Ecken, Rundungen und riesigen Plastik-Stoßstangen auf die nüchterne Spitze. Wollte man außerirdischen Besuchern ohne Worte erklären, was der Begriff "stur" bedeutet, müsste man ihnen nur einen Saab aus den Achtzigern zeigen.
Dem Saab 99, der 1967 erschien, kann man seine kühle Eleganz dagegen nicht absprechen. Die kantige, aber nicht klobige Form war einzigartig und wirkt bis heute zeitlos. Einen wichtigen Schritt hin zur Sportlichkeit machte die Marke 1972 mit dem 99 EMS (Electronic Manual Special). Mit straffer Federung, 110 PS und einer Jetronic-Benzineinspritzung von Bosch war der sportliche Schwede ein kleiner Vorgeschmack dessen, was da erst noch kommen sollte - der Turbo.
Eins ist der Saab 99 jedenfalls noch heute: bequem. Für die langen kalten Winternächte auf vereisten Pisten in der endlosen Einsamkeit Schwedens, wo sich allenfalls Elch und Rentier Gute Nacht sagen, hatte Saab den 99 durchaus behaglich gemacht. Das Platzangebot ist großzügig, sogar im Fond sitzen Erwachsene nicht beengt.
Unter dem Lenkrad hat man mehr Platz als bei so manchem deutschen Auto dieser Zeit. Armaturenbrett und Mittelkonsole bilden ein V, dessen offene Seite dem Fahrer zugewandt ist. Holzfolie sorgt für Eckkneipen-Gemütlichkeit. Unübersehbar sind die typisch schwedischen Accessoires: Das Zündschloss befindet sich auf der Mittelkonsole zwischen den Sitzen (dort sitzt es bei Saab noch heute), davor sitzen die Öldruck- und - wichtig in kalten Wintern - die Ladeanzeige für die Batterie.
Eine geradezu penetrante Huldigung an die Sicherheit
Ein umständliches Ritual ist das Anlegen des Sicherheitsgurtes. Es gibt nämlich kein Schloss. Man muss den Gurt mit der rechten Hand in die Halterung am Sitzrand führen und dann eine Metallschnalle nach unten drücken. Ist man dabei nicht sorgfältig genug, springt das Schnappschloss während der Fahrt wieder auf. Eine Wohltat ist dagegen die dezente Gurtwarnung. Statt nervtötender Piepsgeräusche gibt es nur eine rote Warnleuchte am Armaturenbrett. In den lockeren Siebzigern war das trotzdem eine geradezu penetrante Huldigung an die Sicherheit.
Ungewöhnlich ist der Kofferraum. Während der 99 EMS als Stufenheck ein normales Gepäckabteil bietet, breitet der Turbo unter seiner ellenlangen Heckklappe mit der riesigen Scheibe einen enormen Laderaum aus. Nur die mangelnde Tiefe verhindert, dass der elegante Schwede zum Kombi-Ersatz wird.
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habe ich meinen saab verkauft - danach kein auto mehr - das waere ein abstieg.
Ich habe insgesamt fünf dieser Autos aufgebraucht. Immer gebraucht gekauft, und zig tausende Kilometer mit ihnen heruntergespult. Mein erster, ein Ur900 Turbo mit fünf Türen, hielt mit einem Ladertausch 500,000 km, danach ein4 türer den hab ich auch 300,000 km gefahren und danach dann drei 900 TU 16 S in schwarz, jeder dieser Wagen war unvergesslich. Ein Riesenkofferaum, kräftige Motoren, beste Strassenlage und einzigartige Bedienqualität, sowie ein vernünftiges Raumangebot. Die Bremsen waren super, und die Qualität der Autos weit besser als die Gurken die SAAB heute baut. Nur die letzten Getriebe hatten anfangs eine Schwäche im zweiten Gang.
Für mich war es der einzige und beste SAAB, alles andere waren und sind keine SAAB mehr