Von Sebastian Viehmann

Vor 30 Jahren stellte Opel dem Senator ein elegantes Coupé zur Seite. Es bot alltagstaugliche Eleganz und ein knackiges Fahrwerk. Vor allem war es ganz schön schnell.

In der Serie "Klassensprecher" stellt die Redaktion von sueddeutsche.de Autos vor, die ihre "Klasse" geprägt haben und sie bis heute beeinflussen.

Alltagstauglich, elegant und mit 215 km/h auch ziemlich schnell: Opel Monza (© Foto: Pressinform)

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Dieses Auto hat es faustdick hinter den Blechohren. Von außen glänzt der Monza 3.0 E, den wir uns für die Jubiläums-Tour bei Opel ausleihen, in unschuldigem Polarweiß. Doch innen lauert eine Farbkombination, die jeder Designer selbst im fortgeschrittenen LSD-Rausch noch als zu gewagt empfinden müsste. Während die Augen also noch hilflos zwischen den verschiedenen Grüntönen hin und her wandern, macht sich der kräftige Motor bemerkbar.

Farbe? Außen weiß, innen grün

Unter der Haube schöpft ein sonor brummelnder Reihensechszylinder 180 PS aus drei Litern Hubraum, und die Kraft wird natürlich per Hinterradantrieb auf die Straße übertragen. Statt des Fallstrom-Doppel-Registervergasers im 3.0 H kommt im E eine elektronische Benzineinspritzung von Bosch zum Einsatz. Beim Tritt aufs Gaspedal wird klar, dass der Monza das Zeug zum großen Autobahner hat: In 8,5 Sekunden beschleunigt der Wagen auf 100 Sachen, die Spitze ist erst bei 215 km/h erreicht.

Peter Schneider kauft diesen Wagen 1980 - und verkauft ihn 18 Jahre später an Opels Traditions-Abteilung. Schneider sitzt jahrelang im Vorstand der Alt Opel IG und ist heute als Vizepräsident beim Oldtimer-Verband Deuvet für Kontakte zur Politik verantwortlich. Der Opel-Experte erinnert sich noch gut an jenen Tag im November 1980, als der Monza sein treuer Langstrecken-Begleiter wird. 36.363 Mark legt er bei einem Opel-Händler in Bergisch-Gladbach bar auf den Tisch und erhält 4600 Mark Rabatt.

Als Farbe kommt nur Weiß in Frage: "Ich mochte Opels Metalliclacke damals nicht", sagt Schneider. Auch den schwarzen Zierstreifen an der Seite und das 3.0 E-Typenschild bestellt er gleich ab. Weil Peter Schneider eine Abneigung gegen elektrisches Zubehör hat, funktioniert sein Schiebedach rein mechanisch. Wichtiger ist dem Opel-Fachmann eine geteilt umklappbare Rückbank, in die er 314 Mark Aufpreis investiert.

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