Die 70er Jahre gelten zu Recht als grandioses Zeitalter des Automobilbaus. Es gab groß, es gab klein - und wenig dazwischen. Bis BMW mit seinem 3er eine neue Ära einläutete.
Wer träumte Mitte der 70er Jahre nicht von einem eigenen Sportwagen vor der Haustür? Was Motorleistung und Sportwagen betraf, schauten viele nach Amerika, auch die Ölkrise war wieder vergessen. Mercedes hatte, abgesehen vom Luxus-Roadster SL, rein gar nichts Sportliches zu bieten, während Audi sich mit Modellen wie dem 50er oder dem 80er um behütete Senior-Chauffeure mit familiärem Anschluss bemühte. Die Bayrischen Motoren Werke jedoch waren nach dem großen Erfolg der 02-Modelle mutig geworden - 1975 war es schließlich so weit: Aus 02 wurde der von Paul Bracq gezeichnete 3er und eine neue Nomenklatur zog am Münchner Petuelring ein - die sich bis heute hält.
Die Ahnengalerie der sportlichen Mittelklasse - mit dem 3er von BMW begründet. (© Foto: Pressinform)
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Allein auf weiter Flur
Eine sportliche Limousine für den soliden Mittelstand - das hatte es bis dato noch nicht gegeben. Heute tummeln sich in dem Segment unzählige Hersteller aus den In- und Ausland. Mercedes C-Klasse, Volvo S60, Audi A4, Saab 9-3 und Cadillac BLS - das Angebot ist schier unüberschaubar.
Damals, in den Mittsiebzigern, war ein BMW 320 allein auf weiter Flur. Die Dreier-Limousine der Baureihe E21 war dabei mehr denn je ein Zeuge seiner Zeit. Die Front wurde dominiert von modischen Rundscheinwerfern, schwarzen Lamellen und der obligatorischen Doppelniere. Das Heck präsentierte sich im Vergleich um 02er überaus schmucklos. Die ersten Modelle des E21 wurden sogar ohne die charakteristische schwarze Kunststoffblende zwischen den Heckleuchten ausgeliefert. Wichtiges Designmerkmal: im Vergleich zum Vorgänger 02 war das Kennzeichen unter die verchromte Stoßstange gewandert.
Auf die heiß ersehnten vier Türen mussten die Träger von gelben T-Shirts und engen Jeanshosen jedoch noch ein paar Jahre warten. Zwei Hecktüren um ohne Kletterei in den alles andere als üppig dimensionierten Fond zu gelangen, gab es erst beim Nachfolgemodell E30, das seine Weltpremiere1982 feierte.
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Kuriose Schilder (4)
Ach herrje, ist man Ihnen auf die Füße getreten? Sie Armer!
In der Tat, hier in München ist man stolz auf 'unsere BMW' (und nicht nur hier).
Daran ändern auch ein paar Neider wie Sie nichts. Übrigens, zur Zeit der BMW 2er und danach 3er sprach man von Audi als 'Beamten-Mercedes'. Und dieses Label klebt der Marke offensichtlich immer noch dran, anders kann man sich Leute wie Sie nicht erklären.
- ber das hier ist ja wohl reine Hofberichterstattung.
Bekommen Sie Ihre eigentlich Artikel ab Werk zugeschickt oder müssen Sie sie selbst abholen?
Journalismus würde ich das nicht nennen.
Klausi9
"Der erste 3er war immer noch so eng, dass man als Erwachsener hinten nicht sitzen konnte,"
Blödsinn. Ich hatte zwei E21er, da war selbst die Ausfahrt zu viert kein Problem, und "Panoramaglasdächer" oder ähnlichen Schwachsinn brauchte man bei der Glasfläche auch nicht (ne Klimaanlage wär batürlich schön gewesen :)
"...während Audi sich mit Modellen wie dem 50er oder dem 80er um behütete Senior-Chauffeure mit familiärem Anschluss bemühte"
Hallo, wo waren sie denn in den 70ern - noch in den Windeln oder nicht mal geplant?
Audi hat in den 70ern zuerst den superleichten Audi 80 GT mit 100 PS und später den GTE mit 110 PS. Das waren immerhin Autos mit ca. 850 kg Leergewicht. Was ist dagegen der total überteuerte BMW 2002 gewesen? Da gabs zwar den 2002 tii mit 130 PS, aber bei dem Speckbauch des Wagens wurden die PS schnell aufgezehrt, Die 02er Baureihe begründete damals zwar den Ruf zu enger, sportlicher 2+2 Sitzer, aber wirklich sportlich waren sie nicht. Der Einstieg mit 1602 und später 1502 war total untermotorisiert. der 1502 soff über 11 Liter Bleisuper und fuhr abgeregelte 150 km/h Spitze - wow! das konnte mein Fiat 850 Sport auch!
Der erste 3er war immer noch so eng, dass man als Erwachsener hinten nicht sitzen konnte, bitte keinen Widerspruch jetzt, ich hatte die Gurke als Firmenwagen. Der erste 3er mit 4 Türen kam erst danach - aber immer noch fast ohne hinteren Knieraum. Schöner war erst der E36, aber damit sind wir ja schon in den 90er Jahren!
Wie schon Doc Horst schrieb, diese Art Autos gab es schon in Italien mit den Alfa Romeos und dem Fiat 125S mit 100 PS. Ich sehe auch einen Wettbewerber in den PS-starken Opel Ascona und Rallye Kadetts dieser Zeit. Im weiteren gab es die sportlichen Coupes Opel Manta, Ford Capri und VW Scirocco die das Thema Sportwagen eigentlich besser umsetzten als ein 2-türiger BMW 2002 touring es je konnte.
Bitte legen Sie ihre weiß-blaue Münchner Brille ab, bei BMW wurde in den 70ern auch nur mit sehr dünnem Wasser gekocht.
Spätestens seit Alfa Romeos Giulia, die 1963 auf den Markt kam, darf man wohl von einer sportlichen Mittelklasse sprechen. Seit dem Einbau des 1,6 l Motors war man hier mit über 100 PS unterwegs, bei 200 kg weniger Gewicht als der 3er von BMW. Damit war man in den 60er Jahren in der Tat allein auf weiter Flur unterwegs, zumindest wenn man von Autos mit vier Türen spricht.